Detailbeschreibung
Sherry · DO Manzanilla-Sanlúcar de Barrameda · trocken
La Guita Manzanilla ist einer der bekanntesten Manzanilla-Sherrys aus Sanlúcar de Barrameda. Trocken, klar und frisch, aus Palomino Fino unter dem Flor gereift – mit der typisch salzigen Note der Atlantikküste. Hinter der Marke steht die Bodega Hijos de Rainera Pérez Marín.
Sanlúcar de Barrameda – Albariza an der Mündung des Guadalquivir
Sanlúcar de Barrameda liegt dort, wo der Guadalquivir in den Atlantik mündet, gegenüber dem Nationalpark Doñana. Die Trauben wachsen auf Albariza, dem weißen Kalkmergel des Marco de Jerez mit rund 30 bis 40 Prozent Kalkanteil. Der Boden speichert die Winterfeuchte unter einer verkrusteten Oberfläche und gibt sie über den regenlosen Sommer an die Wurzeln ab; die helle Farbe reflektiert die Sonne und hält die Rebzone kühler.
Palomino Fino liefert auf diesem Untergrund einen säurearmen, neutralen Grundwein – und genau das ist die Voraussetzung: Den Charakter bestimmen nicht Rebsorte oder Lage, sondern Flor und Fassreife.
Entscheidend ist deshalb die Lage der Bodega selbst. Der feuchte Westwind Poniente kühlt die Kellerhallen und hält die Luftfeuchte hoch, weshalb die Florhefe in Sanlúcar ganzjährig und in dickerer Schicht wächst als in Jerez oder El Puerto de Santa María. Das ist der Grund, warum Manzanilla schlanker, salziger und schärfer konturiert ausfällt als ein Fino aus dem Landesinneren – und warum sie eine eigene Herkunftsbezeichnung trägt: D.O. Manzanilla-Sanlúcar de Barrameda.
Bereitung und Reifung unter dem Flor
Der Grundwein aus Palomino Fino wird trocken durchgegoren und leicht mit Weinalkohol aufgespritet – gerade so weit, dass die Florhefe lebensfähig bleibt und der Wein zugleich vor Oxidation geschützt ist. Bei höherer Aufspritung stirbt die Hefe ab, und aus dem Wein würde ein Oloroso.
Die Reifung erfolgt biologisch unter dem Flor im Solera-y-Criaderas-System: gestapelte Fassreihen, aus denen regelmäßig ein Teil entnommen und aus der jeweils jüngeren Stufe wieder aufgefüllt wird. Dadurch wird der Wein fortlaufend verjüngt – und weil die Hefedecke Glycerin und Restzucker verzehrt, den Wein vom Sauerstoff abschirmt und Acetaldehyd produziert, bleibt er blass, vollständig trocken und behält die scharfe, hefige Aromatik, die Manzanilla ausmacht.
Im Glas
Blasses Strohgelb. In der Nase frisch und fein, mit Mandel, Hefe- und Brotnoten und salziger Meeresbrise. Am Gaumen trocken, klar und sehr weinig, mit feiner Frische, dezenter Salzigkeit und einem leicht herben, mandeligen Abgang.
Eine Hefedecke, die nur an der Mündung des Guadalquivir ganzjährig wächst – daher das Salz und die Schärfe im Glas.
Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren, im Weißweinglas statt in der Copita. Flasche aufrecht lagern und nach dem Öffnen innerhalb von drei bis vier Tagen austrinken, im Kühlschrank aufbewahrt – ohne Flor verliert der Wein schnell seine Frische.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Oliven, Mandeln, Jamón, gebratener Fisch, Meeresfrüchte und Tapas. In Sanlúcar selbst steht dazu alles, was aus dem Wasser kommt – Langostinos, Tortillitas de camarones, eingelegte Anchovis. Ebenso zu Sushi und allem Salzigen, wo ein Weißwein zu weich wirkt.