Detailbeschreibung
Champagner · Champagne AOC · Einzellage
Jérôme Prévost La Closerie Les Béguines Extra Brut ist der Einzellagen-Champagner aus der rund zwei Hektar großen Parzelle „Les Béguines" in Gueux, westlich von Reims. Er besteht fast vollständig aus Meunier von 1964 gepflanzten Massal-Selektionen, spontan vergoren und zehn Monate im Holzfass auf der Hefe gereift. Seit dem ersten Jahrgang 1998 hat Les Béguines den Meunier als eigenständige Lagensorte ins Blickfeld gerückt.
Les Béguines – Kalksand des Thanétien in Gueux
Jérôme Prévost übernahm 1987 die Parzelle Les Béguines, die zuvor verpachtet war und aus dem Besitz seiner Großmutter stammt. Zehn Jahre lang verkaufte er die Trauben an den Handel, weil er keinen eigenen Keller hatte. Ab 1998 vinifizierte er mit Unterstützung von Anselme Selosse in dessen Keller in Avize die ersten Flaschen Les Béguines. Später folgte ein kleiner Keller in Gueux, seit 2018 arbeitet er in einem neuen Kellergebäude direkt neben der Parzelle.
Gueux liegt in der Petite Montagne de Reims, rund zehn Kilometer westlich von Reims – abseits der klassifizierten Kern-Crus. „Closerie" bezeichnet eine von einem Pächter bewirtschaftete Rebparzelle, „Béguines" ein Bündel Rebschnitt. Die Lage umfasst rund zwei Hektar in einem Stück auf etwa 120 Metern Höhe. Der Boden besteht aus kalkhaltigem Sand des Thanétien, abgelagert im Paläozän vor 59 bis 55 Millionen Jahren, im Wechsel mit tonigen Schichten. Sand entwässert und erwärmt sich schnell, die Tonlagen darunter halten das Wasser – das erklärt, warum die Reben auch in trockenen Sommern versorgt bleiben.
Die Meunier-Reben wurden 1964 als Massal-Selektion auf wenig wüchsige Unterlagen gepflanzt, die tief wurzeln. Die Kombination aus altem Rebbestand, magerer Unterlage und später Lese hält die Erträge von Natur aus niedrig. Gelesen wird so spät wie möglich – bei Meunier die Voraussetzung dafür, dass die Sorte zeigt, was in ihr steckt.
Spontangärung und zehn Monate Holz
Die Parzelle ist zu rund 94 % mit Meunier bestockt, ergänzt um kleine Anteile Pinot Gris und Chardonnay, die im Jahr 2000 gepflanzt wurden. Les Béguines beruht jeweils auf einem dominierenden Jahrgang, ergänzt um einen kleinen Anteil Reservewein aus dem Vorjahr. Die Etiketten tragen dazu die Bezeichnung „LC" mit der Jahreszahl des Basisjahrgangs – der Wein ist damit faktisch ein Jahrgangschampagner, ohne als solcher deklariert zu sein.
Die Gärung erfolgt spontan, die malolaktische Gärung darf, muss aber nicht stattfinden. Der Wein reift zehn Monate vollständig in Holzfässern von 225 bis 600 Litern auf der Hefe – gebrauchtes Holz, das kein Aroma mehr abgibt, sondern nur einen kontrollierten Sauerstoffzutritt liefert. Abgefüllt wird schonend und langsam per Schwerkraft, ohne Maschinen.
Die Hefelagerung auf der Flasche fällt mit höchstens rund 18 Monaten für Champagne-Verhältnisse kurz aus. Prévost begründet das damit, dass sich seine Weine erst nach dem Degorgieren wirklich entwickeln – eher wie ein Stillwein als wie ein klassischer Champagner. Dosiert wird als Extra Brut mit rund 2,5 g/l.
Im Glas
Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase gelbe Frucht, Quitte und Brioche, dazu eine würzige, leicht erdige Note des Meunier. Am Gaumen vielschichtig und cremig, getragen von Tiefe und einer feinen, salzigen Spannung. Der Abgang ist lang und klar.
Meunier von 1964 auf dem Kalksand des Thanétien, zehn Monate Holz: ein Lagen-Champagner, der dem Meunier seine eigene Tiefe gibt.
Jérôme Prévost empfiehlt Geduld: Nach rund sechs Jahren in der Flasche öffnet sich Les Béguines vollständig. Bei 10–12 °C in einem Weißweinglas servieren, nicht kälter; etwas Zeit im Glas lohnt sich.
Am Tisch
Bresse-Geflügel, gebratener Steinbutt, Pilzgerichte und gereifter Käse wie Comté oder Chaource. Ebenso zu Krustentieren und allem mit Röstaromen. Als reiner Aperitif ist dieser Champagner verschenkt – er gehört an den Tisch.