Detailbeschreibung
Champagner · Côte des Bar · Blanc de Blancs · Brut Nature
Der Vouette & Sorbée Blanc d'Argile Brut Nature (R20) ist der Chardonnay-Champagner von Bertrand Gautherot aus Buxières-sur-Arce an der Côte des Bar. Die Trauben stammen im Kern aus der kühlen Lage Biaunes auf Kimmeridge-Mergel, gelesen 2020. Spontan vergoren, in gebrauchten Fässern ausgebaut und ohne Dosage abgefüllt, zeigt er sich straff, salzig und präzise – mit großer Reinheit und Ausdruckskraft.
Biaunes – Kimmeridge-Mergel an der Côte des Bar
Bertrand Gautherot übernahm 1986 die Reben seiner Familie in Buxières-sur-Arce und verkaufte die Trauben zunächst an Champagnerhäuser, unter anderem an Anselme Selosse. Seit 2001 füllt er eigene Champagner ab. Sein Gut umfasst rund fünf Hektar und ist seit 1998 Demeter-zertifiziert. Der Name geht auf die beiden Hauptlagen zurück: Vouette auf Kimmeridge-Mergel und Sorbée höher am Hang auf Portland-Kalk.
Die Côte des Bar liegt geologisch näher an Chablis als an Reims. Statt Kreide prägen hier Kimmeridge-Mergel aus dem Oberjura, durchsetzt mit fossilen Austernschalen, und Portland-Kalk die Hänge – dieselben Formationen wie im nahen Chablis. „Argile“, französisch für Ton, verweist direkt auf diesen tonig-kalkigen Untergrund.
Kern des Blanc d'Argile ist die Lage Biaunes, eine kühle, nach Westen ausgerichtete Parzelle am Waldrand. Im Jahr 2000 pflanzte Gautherot hier Chardonnay ohne Bodenvorbereitung zwischen der natürlichen Vegetation, als Massal-Selektion aus Reben von Anselme Selosse in Avize und aus dem Chablis Grand Cru Valmur von Vincent Dauvissat. Die Stöcke liefern nur 15 bis 20 Hektoliter je Hektar. Seit 2020 ergänzen Chardonnay aus der Lage Fonnet und aus Vouette die Cuvée, die dort nach 2014 von Pinot Noir auf Chardonnay umgestellt wurde.
Ernte 2020 (R20) – Champagne
„R20“ steht für die Ernte 2020. Der Blanc d'Argile stammt damit faktisch aus einem Jahrgang, trägt aber keine Jahrgangsangabe, weil er kürzer auf der Hefe liegt, als die Appellation für Jahrgangschampagner vorschreibt. Das Jahr begann mit dem nassesten Februar, der je in der Champagne gemessen wurde. Ab Mitte März setzten Wärme und Trockenheit ein, die Reben trieben 16 Tage früher aus als im Zehnjahresmittel und hielten diesen Vorsprung bis zur Lese.
In den frühesten Lagen, darunter Gemeinden im Aube, begann die Lese am 17. August – so früh wie nie zuvor in der Geschichte der Champagne. Der Höchstertrag war auf 8.000 Kilogramm je Hektar begrenzt. Die Trauben waren fast überall kerngesund. 2020 ist in der Champagne ein warmer, reifer Jahrgang. Die kühle Westlage von Biaunes und der Kimmeridge-Mergel halten den Chardonnay dennoch straff.
Coquard-Presse, Schwerkraft und gebrauchtes Holz
Reinsortiger Chardonnay (Blanc de Blancs) aus der Ernte 2020. Gepresst wird in einer alten hölzernen Coquard-Presse, der Most fließt per Schwerkraft ins Fass statt gepumpt zu werden.
Die Gärung erfolgt spontan mit natürlichen Hefen in gebrauchten Fässern von 500 und 600 Litern, ein kleiner Teil in georgischen Amphoren. Geschwefelt wird nur sparsam an der Presse. Der Wein wird weder geschönt noch filtriert, liegt rund 15 bis 18 Monate auf der Hefe und wird von Hand gerüttelt und degorgiert – ohne Dosage.
Im Glas
In der Nase feine Zitrusnoten, grüner Apfel, weißer Pfirsich und Anklänge von nassem Kalkstein. Am Gaumen straff, klar und energiegeladen, mit fühlbarer Mineralität, salziger Spannung und langem, kühlem Nachhall. Ein Champagner von großer Reinheit und Ausdruckskraft – charaktervoll und tief.
Massal-Chardonnay von Selosse und Dauvissat auf Kimmeridge-Mergel, ohne Dosage: ein Blanc de Blancs mit Chablis-Nähe und feiner Perlage.
Nicht zu kalt servieren, bei 10–12 °C in einem Weißweinglas, damit sich die Tiefe entfaltet. Etwas Zeit im Glas lohnt sich.
Am Tisch
Als straffer Aperitif, zu Austern und Meeresfrüchten, zu edlem Fisch und Sushi sowie zu jungem Comté und anderen mild-nussigen Hartkäsen.