Detailbeschreibung
Champagner · Jahrgang · Blanc de Meuniers Brut Nature
Der Tarlant La Vigne d'Or Blanc de Meuniers 2009 stammt aus einer einzigen Parzelle in Oeuilly im Marne-Tal, die Georges Tarlant 1947 mit Meunier bepflanzt hat. Der Jahrgangschampagner aus der warmen, reifen Ernte 2009 wurde im Burgunderfass ohne Malo vergoren, lag über ein Jahrzehnt auf der Hefe und wurde ohne Dosage abgefüllt. Meunier, ernst genommen.
Pierre de Bellevue – alter Meunier am Steilhang über der Marne
La Vigne d'Or wächst im Lieu-dit Pierre de Bellevue, an einem steilen, nach Nordosten ausgerichteten Hang oberhalb von Oeuilly und der Marne, westlich von Épernay. Der Boden besteht aus Ton und Kalk des Sparnacien, der für das Marne-Tal typischen Schicht aus Tonen, Sanden und Lignit über der Kreide. Er hält Wasser gut und liegt dem Meunier, der hier seit jeher die Hauptrebsorte ist.
Die Reben pflanzte Georges Tarlant, der Großvater von Benoît und Mélanie Tarlant, im Jahr 1947. Zur Lese 2009 waren sie also über 60 Jahre alt. Die Nordostlage bremst die Reife, die alten Stöcke bringen kleine Erträge mit konzentrierten Beeren – zusammen der Grund, warum aus diesem Meunier ein lagerfähiger Jahrgangschampagner wird.
Die Familie Tarlant baut seit 1687 Wein in Oeuilly an und bewirtschaftet heute rund 14 Hektar in 57 Parzellen in vier Gemeinden des Marne-Tals. Tarlant gehörte früh zu den Häusern, die konsequent auf Dosage verzichten.
Jahrgang 2009 – Champagne
Nach einem trockenen Winter waren die Wasserreserven im Boden knapp; Schauer im Frühjahr glichen das aus und sorgten für einen gleichmäßigen Austrieb. Eine Gewitterphase im Juli richtete lokal Hagelschäden an, unter anderem in Aÿ. Der August war warm und sonnig, mit kühlen Nächten. Ab Mitte September blieb es während der gesamten Lese trocken.
Die Trauben kamen gesund und reif in die Keller. Erlaubt waren 14.000 kg/ha, und dieser Wert wurde im Mittel erreicht. Manche Erzeuger verglichen 2009 mit 1982 und 1989. Der Jahrgang steht für großzügige, reife Frucht bei allen drei Hauptsorten und eher moderate Säure – ein warmes Jahr, in dem der Verzicht auf Malo und Dosage für Balance sorgt.
Burgunderfass, keine Malo, lange auf der Hefe
Die Trauben werden von Hand gelesen und sehr langsam und schonend gepresst. Der Most gärt spontan mit wilden Hefen in Burgunder-Barriques und reift dort rund sieben Monate auf der Feinhefe. Auf die malolaktische Gärung verzichtet Tarlant, damit die Apfelsäure die reife Frucht des Jahrgangs trägt.
Die Füllung zur Flaschengärung erfolgte 2010. Danach lag der Champagner weit über ein Jahrzehnt auf der Hefe, bevor er degorgiert und als Brut Nature ohne Dosage verschlossen wurde. Die Auflage liegt jährlich bei wenigen tausend Flaschen.
Im Glas
Tiefes Gold mit feiner, ruhiger Perlage. In der Nase gelbe Pflaume, Bratapfel und Quitte, dazu Haselnuss, Brotkruste, getrocknete Kräuter und ein Hauch Waldboden. Am Gaumen vollmundig und weich in der Frucht, die Säure ohne Malo hält dagegen. Die lange Hefelagerung gibt Tiefe und eine cremige Textur, der Abgang ist trocken, würzig und lang.
Meunier von 1947 gepflanzten Reben, im Burgunderfass ohne Malo vergoren, über zehn Jahre auf der Hefe, ohne Dosage: ein gereifter Jahrgangschampagner aus dem Marne-Tal.
Wir empfehlen, ihn bei 11–13 °C im großen Weißweinglas zu servieren; er gewinnt mit Luft. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2032.
Am Tisch
Zu Kalbsbries mit Morcheln, Bresse-Huhn in Rahmsauce, Wildgeflügel oder Steinpilzen. Auch zu Hummer mit brauner Butter oder gereiftem Comté und Beaufort. Ein Champagner für den Hauptgang.