Detailbeschreibung
Champagner · Jahrgang · Amphoren-Champagner Brut Nature
Der Tarlant Argilité 2015 Brut Nature ist ein Jahrgangschampagner, der nicht im Holz, sondern in Tonamphoren vergoren wird – daher der Name, von „argile“, Ton. Chardonnay und Meunier aus der Lage Notre Dame in Celles-lès-Condé gärten spontan in georgischen Qvevri, die neben dem Keller in der Erde vergraben sind. Ohne Malo, ohne Dosage, nur 900 Flaschen.
Notre Dame – steiler Südhang auf Lutetium-Kalk
Die Parzelle Notre Dame liegt in Celles-lès-Condé, im Süden des Marne-Tals, an einem steilen, steinigen Südhang. Der Untergrund besteht aus Kalk des Lutetium mit Lignit-Einschlüssen – einer Formation, die im Marne-Tal nur an wenigen Stellen ansteht. Der Kalk gibt Spannung und eine salzige Note, die Südlage volle Reife.
Gepflanzt wurde die Parzelle 1987 mit Reben aus Massenselektion, von Maurice Boiselle und Jean-Mary Tarlant. Chardonnay und Meunier stehen hier nebeneinander und werden gemeinsam verarbeitet.
Die Familie Tarlant baut seit 1687 Wein im Marne-Tal an und bewirtschaftet heute rund 14 Hektar in 57 Parzellen in Oeuilly, Boursault, Saint-Agnan und Celles-lès-Condé. Tarlant gehörte früh zu den Häusern, die konsequent auf Dosage verzichten.
Jahrgang 2015 – Champagne
Von Ende Mai bis Mitte August herrschten in der Champagne Hitze und Trockenheit; in manchen Gebieten entstand ein deutliches Wasserdefizit. Die trockene Witterung hielt Pilzkrankheiten fern, die Reben blieben gesund. Zucker und Beerengewicht fielen je nach Lage sehr unterschiedlich aus.
Die Lese begann in den frühesten Weinbergen am 29. August. Tarlant las die Lage Notre Dame am 16. September 2015, also gut zwei Wochen später, und gab den Trauben Zeit, die Hitze des Sommers auszugleichen. Die Moste zeigten eine ausgewogene Balance zwischen Zucker und Säure. 2015 ist ein warmer, reifer Jahrgang – für einen Champagner ohne Malo und ohne Dosage eine solide Grundlage.
Qvevri statt Fass – Gärung im vergrabenen Ton
Die Trauben wurden am 16. September 2015 von Hand gelesen, langsam gepresst und mit Schwerkraft in die Gefäße geleitet: georgische Qvevri aus reinem Ton, innen mit Bienenwachs ausgekleidet und neben dem Keller in den Boden eingegraben. Dort gärte der Most spontan mit wilden Hefen und reifte zehn Monate auf der Feinhefe. Die malolaktische Gärung blieb aus.
Der Ton lässt minimal Sauerstoff durch, gibt aber keinen Geschmack ab – anders als Holz. Gefüllt wurde am 24. Juli 2016; danach lag der Champagner fünf Jahre auf der Hefe, bevor er im Juli 2021 degorgiert und als Brut Nature ohne Dosage verschlossen wurde. Es entstanden 900 Flaschen.
Im Glas
Goldgelb mit feiner Perlage. In der Nase Steinobst, Quitte und Zitronenschale, dazu wilde Kräuter, Blüten, eine erdig-würzige Note und ein Hauch Rauch. Am Gaumen dicht und zugleich straff: Die Reife von 2015 und die Apfelsäure ohne Malo halten sich die Waage, die Amphore gibt eine fast körnige Textur ohne Holznoten. Der Abgang ist kreidig, salzig und lang.
Chardonnay und Meunier vom Lutetium-Kalk, in vergrabenen Qvevri vergoren, ohne Malo und ohne Dosage: Champagne aus dem Ton statt aus dem Holz.
Wir empfehlen, ihn bei 10–12 °C im großen Weißweinglas zu servieren und ihm etwas Zeit zu geben. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2034.
Am Tisch
Zu Austern, rohen Jakobsmuscheln, Seeigel, Sashimi und Ceviche. Auch zu Steinbutt mit Kräutern, Kalbstatar oder gereiftem Ziegenkäse.