Detailbeschreibung
Weißwein · DO Rueda · Verdejo
Vidal Soblechero Sekka ist eine Cuvée aus 85 % Verdejo und 15 % Viura aus Rueda. Claudio Vidal wollte einen gereiften Verdejo – aber nicht im Barrique, sondern langsam im Stahltank. Trotz der Reife steht der Wein noch in einer jugendlichen Phase: ein spanischer Blanco, wie man ihn selten findet.
Rueda – Hochebene am Duero
Die DO Rueda liegt in Kastilien-León südlich von Valladolid, entlang des Duero. Die Weinberge stehen auf einer Hochebene zwischen rund 700 und 800 Metern – eine der höchstgelegenen Weißweinregionen Spaniens. Das Klima ist ausgeprägt kontinental: heiße Sommertage, kalte Winter, wenig Niederschlag. Entscheidend sind die kühlen Nächte: Die großen Tag-Nacht-Unterschiede halten die Säure und die Aromatik im Verdejo, der andernorts schnell breit wird.
Die Böden bestehen aus Kies und Geröll über kalkhaltigem Untergrund – arm, gut durchlässig und wenig fruchtbar. Sie zwingen die Wurzeln in die Tiefe und begrenzen den Ertrag. Weil die Reblaus in diesen sandig-kiesigen Böden nur schwer Fuß fasste, stehen in Rueda bis heute ungewöhnlich viele alte, wurzelechte Verdejo-Anlagen.
Verdejo ist die Leitsorte der Region und bringt mundfüllende Weine mit Struktur, Kräuterwürze und einem leicht bitteren Zug im Abgang – der Grund, warum er anders als viele spanische Weißweine Reifezeit verträgt. Viura, in der Rioja die Hauptsorte, steuert Säure und Frische bei und hält die Cuvée gerade. Bodegas Vidal Soblechero ist ein Familienbetrieb in La Seca, dem Kernort der Appellation.
Lange Reife im Stahltank statt Barrique
Die Cuvée vereint 85 % Verdejo und 15 % Viura. Der Verdejo trägt Körper und Vielschichtigkeit, die Viura Frische und eine salzige Kante.
Der Ausbau ist die eigentliche Entscheidung hinter diesem Wein. Wer in Rueda einen gereiften Verdejo will, greift normalerweise zum Fass – Claudio Vidal lässt den Wein stattdessen lange im Stahltank liegen, ohne Barrique. Stahl gibt weder Aroma noch Sauerstoff ab: Die Reife verläuft dadurch extrem langsam, der Wein entwickelt tertiäre Töne erst spät und behält seine Primärfrucht deutlich länger als im Holz. Genau daher kommt der Eindruck, dass ein Wein mit mehreren Jahren auf dem Buckel noch jugendlich wirkt.
Im Glas
Goldgelb. In der Nase reife Äpfel und ein grüner, kräuteriger Zug, wie ihn Verdejo mitbringt, dazu die Frische und Mineralität der Viura. Am Gaumen mundfüllend und vielschichtig, frisch und mineralisch zugleich, mit dem leicht bitteren Nachklang, der für reifen Verdejo typisch ist. Der Abgang ist lang.
Reife ohne Holz: Im Stahltank altert der Verdejo so langsam, dass er nach Jahren noch jung schmeckt.
Bei 9–11 °C servieren, nicht kälter – in einem größeren Glas tritt die Aromatik deutlich hervor. Nach zehn Minuten im Glas öffnet sich der Wein weiter.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und Gemüsegerichte. Der Körper trägt auch Gehaltvolleres – gebratener Seehecht, Kalbsfrikassee, Spargel, gegrillter Ziegenkäse. Die Kräuterwürze des Verdejo passt zu allem mit Thymian, Estragon oder grünem Spargel, wo ein neutraler Weißwein untergeht.