Detailbeschreibung
Rotwein · Barbaresco DOCG · Nebbiolo
Der Piero Busso Barbaresco Mondino 2022 stammt vom Bricco Mondino in der Zone Balluri in Neive, einem kalkig-sandigen Südwesthang mit 40 bis 50 Jahre alten Nebbiolo-Reben. Im Barbaresco-Sortiment der Familie Busso ist er der offenste und fruchtbetonteste Wein und kommt als erster auf den Markt. Der heiße, extrem trockene Jahrgang 2022 gibt ihm reife rote Frucht und ein weiches, entwickeltes Tannin.
Bricco Mondino – Kalk und Sand in der Zone Balluri
Piero Busso zählt zu den Referenz-Erzeugern des Barbaresco. Das Familienweingut wurde 1948 von Guido Busso gegründet. Heute führen Piero mit seiner Frau Lucia und den Kindern Pierguido und Emanuela das rund 10 Hektar große Gut in Neive, seit 2019. Gearbeitet wird traditionell, mit autochthonen Hefen, langen Maischestandzeiten und Ausbau in großen Holzfässern.
Den Bricco Mondino in der Zone Balluri erwarb die Familie 1985 als ersten Zukauf nach der Stammlage Albesani. Die Parzelle umfasst 1,60 Hektar auf rund 240 Metern Höhe auf der Kuppe des gleichnamigen Hügels, nach Südwesten ausgerichtet. Die 40 bis 50 Jahre alten Nebbiolo-Reben stehen im Guyot-System auf kalkhaltig-sandigen Böden.
Der Sandanteil ist der Schlüssel zum Stil. Sandige Böden wärmen sich schneller auf, führen Wasser rasch ab und bringen Nebbiolo mit duftigerer Frucht und feinerem, früher zugänglichem Tannin hervor. Die Albesani-Weine des Hauses wachsen dagegen auf Kalk mit Ton und Schluff und fallen strenger und strukturierter aus.
Jahrgang 2022 – Barbaresco
Im Barbaresco erreichte 2022 eine Trockenperiode, die bereits 2020 begonnen hatte, ihren Höhepunkt. Nach rund 5 Zentimetern Schnee Anfang Dezember 2021 fiel bis zum 3. Mai kein nennenswerter Niederschlag, dann nur 25 Millimeter. Im Juni lagen die Höchsttemperaturen über dem Durchschnitt, die Nebbiolo-Blüte setzte verfrüht um Mitte Juni ein. Auch Juni bis August blieben trocken und überdurchschnittlich heiß. Im Weinberg musste das Laub die Trauben gezielt vor Sonnenbrand schützen.
Die Lese in Barbaresco lief vom 22. September bis 3. Oktober, bis zu drei Wochen früher als üblich. Die Beeren waren winzig, der Zuckergehalt hoch. Krankheiten gab es praktisch nicht, doch sonnengeschädigte Trauben mussten aussortiert werden, und die Erträge fielen deutlich geringer aus. 2022 brachte im Barbaresco reife, früh zugängliche Weine mit etwas höherem Alkohol – bei den gelungenen Weinen mit überraschender Frische.
Vinifikation und Ausbau
Reinsortiger Nebbiolo aus dem Jahrgang 2022, Barbaresco DOCG, trocken.
Gärung und Maischestandzeit erfolgen im Stahltank bei kontrollierten 28 bis 30 °C. Anschließend reift der Wein mehr als 18 Monate in großen Fässern, gefolgt von mindestens sechs Monaten Flaschenreife. Das große Holz rundet das Tannin ab, ohne der Frucht Holzaromen hinzuzufügen. Vom Jahrgang 2022 entstanden 7.295 Flaschen.
Im Glas
Intensives Rubinrot. In der Nase kleine rote Beeren, Kirsche und ein Hauch Rose. Am Gaumen strukturiert und dennoch weich, das Tannin seidig und bereits gut entwickelt. Die Frucht zeigt die Reife des warmen Jahrgangs, getragen von einer frischen Säure bis in den eleganten Abgang.
Sandiger Kalk am Bricco Mondino und der heiße Sommer 2022: Barbaresco mit reifer roter Frucht und seidigem, früh zugänglichem Tannin.
Schon jetzt zugänglich, mit gutem Reifepotenzial. Profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.
Am Tisch
Tajarin mit Ragù, geschmortes und gebratenes rotes Fleisch, Brasato al Barbaresco, Pilzgerichte und Risotto sowie mittelreifer Hartkäse wie Castelmagno oder Toma.