Detailbeschreibung
Weißwein · Rheinhessen · Weißburgunder
Weingut Manz Weißburgunder Réserve trocken ist der wichtigste Weißburgunder des Familienweinguts aus Weinolsheim. Die Trauben stammen aus dem Dalheimer Kranzberg, einer Lage auf Löss mit fossilen Muschelbänken im Untergrund. Zwei Tage Schalenkontakt, Ausbau im 500-Liter-Tonneau und eine lange Zeit auf der Hefe geben ihm Fülle und cremige Textur, ohne dass das Holz die Frucht überdeckt.
Dalheimer Kranzberg: Löss auf einem alten Meeresboden
Dalheim ist der Nachbarort von Weinolsheim im Rheinhessischen Hügelland. Der Kranzberg legt sich wie ein Bogen um eine Seite des Dorfes, von Osten über Süden bis nach Westen. Urkundlich erscheint er 1418 als „off dem Crausberge“. Vermutlich geht der Name auf eine Familie zurück, nicht auf die Form der Lage. Die Rebzeilen des Weißburgunders stehen laut Weingut auf Löss mit Kieselsteinen. Darunter liegen Muschelbänke: fossilreiche Sande der Stadecken-Formation, die sich vor rund 30 Millionen Jahren im Mainzer Becken ablagerten, als die Region noch unter einem flachen Meer lag.
Löss ist feinkörnig, gut durchwurzelbar und speichert Wasser. Weißburgunder bekommt darauf eine gleichmäßige, ruhige Reife mit Frucht und Körper. Die kalkhaltigen Schichten im Untergrund liefern Frische und Zug. Das Weingut Manz bewirtschaftet neben dem Kranzberg Lagen in Weinolsheim, Oppenheim und am Roten Hang in Nierstein. Die Familie ist seit 1725 in Weinolsheim ansässig.
Jahrgangsübergreifend: Weißburgunder bei Manz
Weißburgunder nimmt bei Manz breiten Raum ein. Er erscheint als Gutswein, als Weißburgunder vom Löss, als Weißburgunder vom Kalkstein und in einer Cuvée mit Chardonnay. Die Réserve steht an der Spitze dieser Reihe. Sie stammt aus einer einzelnen Lage und wird als einzige im Holzfass mit langer Hefelagerung ausgebaut.
Die Grundstruktur bleibt von Jahr zu Jahr gleich: Löss für Frucht und Körper, Muschelkalk für Säure und Salz, Tonneau und Hefe für Textur. Der Jahrgang verschiebt die Gewichte. In warmen Jahren tritt die gelbe Frucht nach vorn, in kühleren die Frische und die herbe, kräuterige Seite des Weißburgunders.
Maischestandzeit und 500-Liter-Tonneau
Die Trauben stehen nach der Lese 48 Stunden auf der Maische, bevor sie gepresst werden. Das ist für einen trockenen Weißwein ungewöhnlich lang. In dieser Zeit gehen Aromastoffe und etwas Gerbstoff aus den Schalen in den Most über, der Wein gewinnt Tiefe und Struktur.
Gärung und Ausbau erfolgen in Tonneaux zu 500 Litern. Im Verhältnis zum Inhalt hat das Fass nur rund halb so viel Holzoberfläche wie ein 225-Liter-Barrique. Der Wein nimmt deshalb Sauerstoff und Holzaromen gebremster auf. Danach bleibt er lange auf der Feinhefe (sur lie). Die Hefe schützt vor Oxidation und macht den Wein cremiger.
Im Glas: Löss-Frucht mit Hefecreme
Zwei Tage auf der Maische, dann ins 500-Liter-Tonneau auf die Hefe – so wird aus Löss und Muschelkalk der dichteste Weißburgunder des Hauses Manz.
Helles Goldgelb. In der Nase Birne, weißer Pfirsich und Quitte, dazu Haselnuss, Brioche und ein Hauch Vanille aus Hefe und Holz. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig, mit cremiger Textur vom langen Hefelager. Die Maischestandzeit gibt einen leichten Gerbstoff, der den Wein strafft. Die Säure bleibt ruhig, aber präsent, im Abgang eine salzige, kalkige Note. Das Holz stützt den Wein, ohne sich vorzudrängen.
Am Tisch: Kalb, Zander, Spargel
Fülle und Cremigkeit passen zu hellem Fleisch und Fisch mit sahnigen Saucen: Kalbsschnitzel mit Rahm, Zander auf Beurre blanc, Hähnchen mit Estragon, weißer Spargel mit Sauce Hollandaise oder ein Pilzrisotto. Zum Käse junger Comté oder Brie. Serviertemperatur 10–12 °C, nicht zu kalt, damit die Textur zur Geltung kommt.