Detailbeschreibung
Weißwein · Rheinhessen · Grauburgunder
Weingut Manz Grauburgunder Réserve trocken ist der wichtigste Grauburgunder des Weinolsheimer Familienweinguts. Die Trauben wachsen auf tiefgründigem Kalkmergel mit viel Kalkstein, stehen zwei Tage auf den Schalen und reifen in 500-Liter-Tonneaux auf der Hefe. Das Ergebnis ist ein Grauburgunder mit Fülle und Holzwürze, dem der Kalk Salz und straffe Säure mitgibt.
Kalkmergel und Kalkstein im Rheinhessischen Hügelland
Rund um Weinolsheim besteht der Untergrund aus Ablagerungen eines tertiären Meeres, das vor etwa 30 Millionen Jahren das Mainzer Becken bedeckte. Aus Ton und Kalkschlamm entstand Mergel, an vielen Stellen durchzogen von hartem Kalkstein. Für die Grauburgunder Réserve wählt das Weingut Parzellen, in denen dieser Kalkstein einen hohen Anteil hat und der Boden tief ist. Eine Einzellage nennt Manz auf dem Etikett nicht.
Kalkreiche Böden halten den pH-Wert im Most niedrig und bewahren Säure. Der Mergel speichert Wasser und versorgt die Reben auch in trockenen Sommern. Grauburgunder, der auf reichen Böden schnell breit und alkoholisch wird, bleibt hier straffer. Die Familie Manz ist seit 1725 in Weinolsheim ansässig und bewirtschaftet heute rund 35 Hektar im Hügelland und am Roten Hang in Nierstein.
Jahrgangsübergreifend: Grauburgunder als Spielart des Pinot
Grauburgunder ist eine Farbmutation des Pinot Noir. Seine Beeren sind nicht grün, sondern graurosa bis kupferrot gefärbt. Dieser Pigmentanteil prägt die Weinbereitung: Je länger der Most mit den Schalen in Kontakt bleibt, desto mehr Farbe, Aroma und Gerbstoff nimmt er auf. Bei Manz reicht die Spanne vom frisch ausgebauten Gutswein über den Grauburgunder vom Kalkstein bis zur Réserve, die als einzige zwei Tage Schalenkontakt und Holzausbau bekommt.
Der Jahrgang verschiebt die Balance innerhalb dieses Rahmens. Warme Jahre bringen mehr gelbe Frucht und Körper, kühlere mehr Säure, Kräuter und Salz. Kalk, Maischestandzeit und Tonneau-Ausbau bleiben jedes Jahr gleich.
Zwei Tage auf der Schale, dann ins Tonneau
Nach der Lese bleiben die Trauben 48 Stunden auf der Maische. Beim Grauburgunder mit seinen gefärbten Schalen hat das mehr Wirkung als bei hellen Sorten: Der Wein gewinnt Tiefe, eine leicht goldene Farbe und einen feinen Gerbstoff, der ihn am Gaumen stützt. Erst danach wird schonend gepresst.
Gärung und Reife verlaufen in Tonneaux zu 500 Litern. Das größere Fass gibt weniger Holzaroma ab als ein Barrique und lässt dem Wein mehr Zeit. Während der langen Lagerung auf der Feinhefe entstehen Cremigkeit und Schmelz. Das Holz bringt eine zurückhaltende Würze, die Frucht bleibt im Vordergrund.
Im Glas: gelbe Frucht, Holzwürze, Kalksalz
Kalkmergel mit viel Kalkstein, zwei Tage Schalenkontakt, ein 500-Liter-Tonneau – die Réserve zeigt, wie viel Struktur in Grauburgunder stecken kann.
Sattes Goldgelb mit einem Hauch Kupfer. In der Nase gelber Apfel, reife Birne und Honigmelone, dazu geröstete Mandel und eine feine Holzwürze. Am Gaumen voll und cremig, getragen von einem leichten Gerbstoff aus der Maischestandzeit. Die Säure ist präzise, der Kalk zeigt sich im Abgang als salziger, trockener Nachhall. Mehr Kraft und Würze als die Weißburgunder Réserve des Hauses, weniger Schmelz, mehr Grip.
Am Tisch: Geflügel, Kürbis, würziger Fisch
Kraft und Gerbstoff passen zu Gerichten mit Röstaromen und Würze: gebratene Maispoularde, Kalbsbraten, Kürbisrisotto mit Salbei, gebratener Seeteufel oder Lachs aus dem Ofen. Zum Käse gereifter Comté oder Tomme de Savoie. Serviertemperatur 10–12 °C.