Detailbeschreibung
Rotwein · Rheinhessen · Cuvée
Weingut Manz Cuvée M trocken ist die rote Spitzencuvée eines Familienweinguts, das seit 1725 in Weinolsheim Wein erzeugt. Eric Manz setzt die Cuvée aus Cabernet Dorsa und Spätburgunder zusammen und ergänzt sie je nach Ernte mit Frühburgunder oder Cabernet Sauvignon. Nach sechs Wochen auf der Maische reift der Wein zwei Jahre im Barrique. Das Ergebnis ist ein dichter, dunkelfruchtiger Rotwein mit festem Gerbstoff – rheinhessisch in der Herkunft, international im Zuschnitt.
Weinolsheim: Kalkmergel im Rheinhessischen Hügelland
Weinolsheim liegt im Hügelland westlich von Oppenheim und Nierstein, abseits des Rheinufers. Die Böden rund um den Ort entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren aus tonigen Ablagerungen eines tertiären Meeres. Daraus bildete sich Mergel mit hohem Kalkanteil. Laut Datenblatt wachsen die Reben der Cuvée M auf genau diesem Kalkmergel. Der Boden speichert Wasser, erwärmt sich langsam und bringt Rotweine mit Farbtiefe, Dichte und kräftigem Gerbstoff hervor.
Das Weingut Manz bewirtschaftet rund 35 Hektar. Neben den Lagen um Weinolsheim gehören dazu Parzellen am Roten Hang in Nierstein sowie in Oppenheim. 2025 feierte die Familie das 300-jährige Bestehen. Heute arbeiten drei Generationen im Betrieb. Eric Manz ist Weinbautechniker und lernte unter anderem bei Klaus Keller in Flörsheim-Dalsheim und bei der Familie Darting in Bad Dürkheim. Über die Stilistik der Weine entscheidet er gemeinsam mit seinem Vater.
Jahrgangsübergreifend: die Rebsorten der Cuvée M
Die Cuvée M folgt keinem festen Rezept. Jedes Jahr stellt Eric Manz sie aus den Partien zusammen, die in diesem Herbst die meiste Reife und Dichte mitbringen. Den Kern bilden zwei Rebsorten mit sehr unterschiedlicher Aufgabe. Cabernet Dorsa, 1971 an der Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg aus Blaufränkisch und Dornfelder gekreuzt, liefert tiefe Farbe, dunkle Beerenfrucht und Gerbstoff. Spätburgunder bringt rote Frucht, Säure und Feinheit ins Spiel.
Die dritte Rebsorte wechselt. In den Jahrgängen 2018 und 2020 war es Frühburgunder, der die Cuvée runder und fruchtbetonter macht. Im Jahrgang 2022 übernahm Cabernet Sauvignon diese Rolle und gab zusätzliche Struktur und Cassis-Würze. Dadurch unterscheidet sich jeder Jahrgang etwas vom vorherigen. Die Handschrift aus Kalkmergel, langer Maischestandzeit und Barrique bleibt dieselbe.
Sechs Wochen Maische, zwei Jahre Barrique
Die Trauben gären sechs Wochen auf den Schalen – deutlich länger als bei den meisten Rotweinen der Region. Die lange Maischestandzeit löst Farbe, Aroma und Gerbstoff aus Schalen und Kernen und macht den Wein lagerfähig. Danach reift die Cuvée 24 Monate im 225-Liter-Barrique. Das Holz rundet das Tannin ab und fügt Röst- und Gewürznoten hinzu.
Manz gliedert sein Sortiment in drei Stufen: „Handwerk“, „Leidenschaft“ und „Faszination“. Die Cuvée M gehört zur obersten Stufe und ist die rote Spitze des Hauses. Das Weingut bezeichnet sie selbst als seine Top-Cuvée.
Im Glas: dunkle Frucht, Barrique, fester Gerbstoff
Sechs Wochen auf der Maische, 24 Monate im Barrique, Kalkmergel aus Weinolsheim – die Cuvée M ist der dichteste Rotwein aus dem Hause Manz.
Tiefes Purpur bis Granat, der Anteil Cabernet Dorsa färbt den Wein fast undurchsichtig. In der Nase Brombeere, Heidelbeere und schwarze Kirsche, darunter Röstaromen, dunkle Schokolade und Gewürz aus dem Barrique. Der Spätburgunder bringt eine rote, kühlere Fruchtschicht dazu. Am Gaumen kräftig und dicht, der Gerbstoff ist reif, aber deutlich spürbar. Die Säure hält den Wein frisch, der Abgang ist lang und würzig. Mit Luft und einigen Jahren Flaschenreife wird das Tannin weicher.
Am Tisch: Schmorgerichte, Grill, Wild
Dichte und Gerbstoff verlangen nach kräftigen Gerichten: Rinderschmorbraten, gegrilltes Entrecôte, Lammkeule mit Rosmarin, Hirschragout oder Gänsebraten. Zum Käse gereifter Gouda oder Bergkäse. Eine Stunde vorher dekantieren, Serviertemperatur 16–18 °C.