Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Blancs
Der Domaine Vincey Champagne Le Grand Jardin Grand Cru 2018 ist ein reinsortiger Blanc de Blancs aus einer einzigen, nur 0,45 Hektar großen Parzelle in Oger. Im Eichenfass mit indigenen Hefen vergoren, lange auf der Hefe gereift, ohne jede Dosage gefüllt – reduktiv, extraktreich und klar gezeichnet. Die Auflage liegt bei 1.257 Flaschen.
Le Grand Jardin – eine Parzelle in Oger
Le Grand Jardin ist eine einzelne Parzelle von 0,45 Hektar in Oger, einer der zu hundert Prozent als Grand Cru klassifizierten Gemeinden der Côte des Blancs. Der Boden setzt sich aus Ton, Kreide und Kalkstein zusammen: Der Ton puffert Trockenphasen und gibt Körper, die Kreide darunter speichert Wasser, gibt es kapillar zurück und hält die Säure. Oger liegt zwischen Avize und Le Mesnil-sur-Oger und steht für die rundere, blumigere Ausprägung des Chardonnay in dieser Reihe.
Eine Parzelle dieser Größe liefert in einem normalen Jahr kaum mehr als ein paar Fässer. Das ist der Grund für die kleine Auflage – und für den Sinn einer Einzellagenabfüllung: Was hier im Glas steht, stammt aus einem einzigen Stück Boden, ohne Ausgleich durch andere Lagen.
Domaine Vincey gehört zu den jungen Erzeugern, die der Côte des Blancs in den letzten Jahren ein neues Profil gegeben haben. Quentin Vincey führt das Gut in achter Generation und füllt seit 2014 selbst ab; im Keller wird ausschließlich mit Holz und nach handwerklichen Methoden gearbeitet.
Jahrgang 2018 – Côte des Blancs
Das Jahr 2018 begann mit Rekordregen: Von November 2017 bis Januar 2018 fielen in der Champagne im Mittel 345 Millimeter, mehr als je zuvor gemessen. Die gefüllten Wasserspeicher im Boden wurden später zum entscheidenden Vorteil. Ab April folgten überdurchschnittlich viele Sonnenstunden, eine rasche Blüte Anfang Juni und ein warmer, trockener Sommer.
Gelesen wurde außergewöhnlich früh, ab dem 20. August, bei gesundem Lesegut und hohen Zuckerwerten; der zulässige Ertrag lag bei 10.800 kg/ha. Für Chardonnay auf Kreide war 2018 ein günstiges Jahr: Die Trauben kamen reif, die Kreide hielt die Säure. Genau diese Konstellation macht einen Brut Nature überhaupt möglich – ohne Dosage braucht der Wein Frucht und Reife, die ihn allein tragen.
Fassgärung, lange Hefereife, keine Dosage
Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2018. Die Gärung läuft mit indigenen Hefen im Eichenfass, danach reift der Wein lange auf der Feinhefe im Holz. Die Hefe verbraucht den eindringenden Sauerstoff und schützt den Wein damit selbst – daher der reduktive Charakter, der bei einem Fassausbau zunächst überrascht –, zugleich gibt sie Mannoproteine ab, die Extrakt und Textur liefern.
Nach der zweiten Gärung in der Flasche wird von Hand gerüttelt und degorgiert. Gefüllt wird als Brut Nature mit 0 g/l: kein Zucker, der die Säure abfedert, keine Süße, die die Frucht rundet. Was an Balance da ist, kommt aus Parzelle, Jahrgang und Hefelager. Die Auflage beträgt 1.257 Flaschen.
Im Glas
Helles Gold mit feiner Perlage. Die Nase ist zunächst zurückhaltend und reduktiv – Feuerstein, Zitrusschale, Kreide –, öffnet sich mit Luft zu kandierten Zitrusfrüchten, Brioche und einer salzigen Note.
Am Gaumen extraktreich und dicht, mit kandierten und zugleich salzigen Elementen, die sich über die Zunge legen. Die Textur aus Fass und Hefelager steht neben einer straffen Säure; ohne Dosage bleibt der Abgang trocken, kreidig und lang. Ein klassischer Blanc de Blancs in Reinform.
0,45 Hektar, 1.257 Flaschen, 0 Gramm Dosage: Hier steht eine Parzelle im Glas, sonst nichts.
Bei 9–11 °C servieren; ein großzügiges Glas bringt die Aromatik besser zur Geltung als eine schmale Flöte. Der Wein braucht Zeit – die Reduktion verfliegt nach einer halben Stunde im Glas. Trinkreif, mit Reserve für viele Jahre.
Am Tisch
Als Aperitif, zu Austern und Meeresfrüchten, zu Sashimi, zu gebratenem Fisch sowie zu jungem Hartkäse. Die salzige Ader trägt auch rohen Fisch mit Zitrus und Kaviar; zu süßlichen oder stark gewürzten Gerichten ist ein Brut Nature die falsche Wahl.