Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Blancs
Der Aurore Casanova Chardonnay Grand Cru Extra Brut ist ein Blanc de Blancs aus der Montagne de Reims, zu 100 % aus Grand-Cru-Chardonnay auf Basis des Jahrgangs 2022. Aurore Casanova, ehemalige Tänzerin an der Pariser Oper, bewirtschaftet ihre Reben ohne Herbizide und arbeitet im Keller ohne Zusätze. Der Ausbau auf der Hefe gibt dem Champagner Textur und Tiefe, ohne die Klarheit der kreidehaltigen Böden zu überdecken.
Puisieulx – der kleinste Grand Cru der Montagne de Reims
Puisieulx gehört zu den siebzehn zu hundert Prozent als Grand Cru klassifizierten Gemeinden der Champagne und ist zugleich eine der kleinsten. Der Ort liegt am östlichen Fuß der Montagne de Reims, wo der Hang ausläuft und in die Ebene übergeht – eine Randlage, die in den großen Häusern kaum einzeln abgefüllt wird und deshalb fast nie unter eigenem Namen zu finden ist.
Die Reben wurzeln in Ton- und Schluffböden über hartem Kalkstein, der in rund achtzig Zentimetern Tiefe ansteht. Diese Kombination erklärt den Charakter: Der Ton speichert Wasser und puffert Trockenphasen, der harte Kalk zwingt die Wurzeln in die Tiefe und hält die Säure hoch. Die Parzellen sind nach Osten ausgerichtet und nutzen das Morgenlicht, während die Nachmittage kühler bleiben – langsame Reife statt schneller Zuckerbildung.
Aurore Casanova bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Partner Jean-Baptiste Robinet rund fünf Hektar Grand-Cru-Lagen, neben Puisieulx auch Parzellen in der Côte des Blancs. Gearbeitet wird nach dem Mondkalender, gelesen wird von Hand. Der Chardonnay in Puisieulx steht auf Anlagen aus den späten 1980er Jahren.
Basisjahrgang 2022 – Montagne de Reims
Der Jahrgang 2022 war ein Jahr der Extreme mit gutem Ausgang. Auf einen milden Winter folgte ein früher Austrieb, im April traf regional Frost die jungen Triebe, im Juni kamen örtlich Hagelzellen dazu. Der Sommer brachte dann Hitze und anhaltende Trockenheit – ohne rund 100 Millimeter Regen im Juni wäre der Jahrgang deutlich schlechter ausgefallen; so aber füllten die Reben ihre Wasserreserven auf, bevor die heiße Phase begann.
Die Lese begann ab Mitte August, außerordentlich früh, und brachte eine große und gesunde Ernte: Der verfügbare Ertrag wurde auf 12.000 kg/ha festgesetzt, den höchsten Wert seit Jahren. Trotz der Hitze blieben die Säurewerte überraschend stabil, was in der Champagne selten zusammenfällt mit voller Reife. Für Chardonnay auf Kalkuntergrund war das ein günstiges Jahr: Die Frucht kam reif in den Keller, ohne dass die Spannung verloren ging.
Spontangärung und Ausbau auf der Feinhefe
Der Champagner besteht zu 100 % aus Grand-Cru-Chardonnay – daher Blanc de Blancs – auf Basis des Jahrgangs 2022. Gepresst wird traditionell, die Gärung startet spontan mit den weinbergseigenen Hefen; Zusätze verwendet das Haus nicht.
Der Ausbau findet auf der Feinhefe statt, ohne Abstich, was dem Wein Textur gibt und ihn zugleich vor Oxidation schützt: Die Hefe verbraucht den eindringenden Sauerstoff und gibt Mannoproteine ab, die das Mundgefühl polstern. Gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration. Die Dosage bleibt im Bereich Extra Brut – bei der Säure dieser Böden braucht es kaum Zucker, um den Wein rund zu stellen.
Im Glas
Helles, strahlendes Gelb mit feiner, präziser Perlage. In der Nase offen und klar: frische Zitrusfrüchte, grüner Apfel und feine weiße Blüten. Am Gaumen großzügig und zugleich elegant – eine seidige Textur trifft auf mineralische Spannung. Die feine Perlage trägt den Wein in ein langes, salzig-mineralisches Finale.
Ton über hartem Kalkstein in achtzig Zentimetern Tiefe: Daher die Spannung, die den reifen Jahrgang 2022 in Form hält.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei so niedriger Dosage lohnt sich etwas Luft – nach einer Viertelstunde tritt die Frucht neben die Hefe- und Kreidenoten. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Austern und Meeresfrüchte, gegrillter Fisch, helles Geflügel und milde Käse. Die Textur aus dem Hefeausbau trägt auch Gerichte mit Butter – Seezunge, Jakobsmuscheln, junger Comté. Ebenso als Aperitif, wo die niedrige Dosage den Auftakt trocken hält.