Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Assemblage
Der Aurore Casanova Union Grand Cru ist die Ursprungs-Cuvée des Weinguts – eine Vereinigung zweier Menschen (Aurore und Jean-Baptiste), zweier Grand-Cru-Terroirs (Le Mesnil-sur-Oger und Puisieulx) und zweier Rebsorten (Chardonnay und Pinot Noir). Der Chardonnay aus Le Mesnil bringt kreidige Spannung und Säure, der Pinot Noir aus Puisieulx Körper und Fruchttiefe. Spontan vergoren, ohne Schönung und Filtration abgefüllt, als Extra Brut dosiert – in nur 2.335 Flaschen.
Le Mesnil-sur-Oger und Puisieulx – zwei Grand Crus, zwei Welten
Union verbindet zwei Parzellen, die in der Champagne weit auseinanderliegen – geografisch wie im Charakter. Der Chardonnay stammt aus „Rose et Jutées" in Le Mesnil-sur-Oger an der Côte des Blancs: Kreideböden in Südlage, Reben von 1981 und 1991. Le Mesnil gilt als die strengste, säurebetonteste Ausprägung des Chardonnay in der gesamten Region; unter einer dünnen Auflage steht hier die Belemnitenkreide praktisch an der Oberfläche an.
Der Pinot Noir kommt aus „Les Petites Vignes" in Puisieulx an der Montagne de Reims, einem der kleinsten Grands Crus der Champagne. Die Reben stammen aus einer Massenselektion von 1968 und stehen in Ostlage auf Lehm und Schluff über hartem Kalkstein. Der Ton speichert Wasser und gibt dem Wein Körper, der harte Kalk in rund achtzig Zentimetern Tiefe zwingt die Wurzeln nach unten und hält die Säure.
Genau dieser Gegensatz trägt die Cuvée: Kreide gegen Ton, Südlage gegen Ostlage, Spannung gegen Fülle. Aurore Casanova, ehemalige Tänzerin an der Pariser Oper, bewirtschaftet die Flächen gemeinsam mit Jean-Baptiste Robinet nach dem Mondkalender; gelesen wird von Hand, jede Parzelle für sich.
Assemblage und Ausbau
Die Cuvée vereint Chardonnay und Pinot Noir aus zwei Grands Crus, etwa zu gleichen Teilen. Nach traditioneller Pressung vergären die Grundweine spontan mit den weinbergseigenen Hefen und reifen anschließend lange auf der Feinhefe im Fass – teils in gebrauchten Fässern befreundeter Häuser wie Egly-Ouriet und Selosse, die kein Holzaroma mehr abgeben. Abgestochen wird nicht: Die Hefe verbraucht den eindringenden Sauerstoff und polstert über Mannoproteine die Textur.
Eine 2016 angelegte perpetuelle Pinot-Noir-Reserve fließt in die Assemblage ein. Bei diesem System wird jedes Jahr ein Teil entnommen und mit dem neuen Jahrgang wieder aufgefüllt, sodass mit jeder Auflage ältere Anteile im Wein bleiben – daher die Tiefe, die ein junger Jahrgang allein nicht hätte. Dieselbe Reserve liefert zugleich die Dosage: dosiert wird mit eigenem Wein statt mit Zuckerlösung.
Die finale Assemblage erfolgt im Juli oder August, gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration und als Extra Brut dosiert. Die Auflage liegt bei 2.335 Flaschen.
Im Glas
Leuchtendes Gold mit feiner Perlage. In der Nase kreidige Spannung mit kandierten Zitruszesten, Ingwerschale und zerstoßener Austernschale, dazu helle Frucht und etwas süße Würze. Am Gaumen führt zunächst die stählerne Eleganz des Mesnil-Chardonnay, bevor der Pinot mit Schmelz, Druck, Salzkaramell und dunkler Kirsche übernimmt. Der Nachhall ist lang, würzig und salzig-mineralisch.
Kreide aus Le Mesnil, Ton aus Puisieulx: Die Cuvée zeigt die beiden Herkünfte nacheinander, nicht vermischt.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Der Wein braucht Luft – nach einer Viertelstunde tritt der Pinot-Anteil deutlicher hervor. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Austern und Meeresfrüchte, gegrillter Fisch, helles Geflügel, Kalb sowie gereifte Käse. Der Pinot-Anteil und der Fassausbau tragen auch Gehaltvolleres – Bresse-Huhn mit Rahmsauce, Kalbsbries, alter Comté. Als Aperitif funktioniert er, gehört aber eher an den Tisch.