Detailbeschreibung
Champagner · Champagne AOC · Blanc de Noirs
Huré Frères Instantanée Blanc de Noirs 2018 ist ein Jahrgangschampagner, der genau das sein will, was sein Name sagt: die Momentaufnahme eines Jahres. Die Trauben stammen aus Ludes, Villedommange und Rilly-la-Montagne in der Montagne de Reims, die Assemblage aus 80 % Pinot Noir und 20 % Pinot Meunier. Nach über sechs Jahren auf der Hefe und mit 2 g/l Dosage steht der warme, reife Jahrgang 2018 trocken und ohne Schminke im Glas.
Ludes, Villedommange und Rilly-la-Montagne
Das Gut sitzt in Ludes am Nordhang der Montagne de Reims. Diese Nordausrichtung ist für den Stil entscheidend: Die Reben bekommen weniger direkte Sonne, reifen später und behalten mehr Säure als auf den nach Süden fallenden Hängen zur Marne hin. In warmen Jahren ist das ein Vorteil, in kühlen verlangt es Geduld bis zur Lese.
Die drei Herkünfte liefern unterschiedliche Bausteine. Ludes steht auf Sand und Ton über Kalk – daraus kommt die Fülle und die dunkle Frucht, die einen Blanc de Noirs ausmacht. Rilly-la-Montagne bringt kalkigere Böden und damit die straffere, salzigere Achse. Villedommange liegt westlich davon auf der Petite Montagne, wo tertiärer Ton, Sand und Kalkstein über der Kreide lagern; von dort kommt der Pinot Meunier, der in dieser Zone besser zurechtkommt als Pinot Noir.
Beide erstgenannten Orte sind als Premier Cru klassifiziert. Gemeinsam ist den Lagen die Kreide im Untergrund – sie speichert Wasser, gibt es über trockene Phasen zurück und hält die Wurzelzone kühl. Das ist die Grundlage für die Säurestruktur, die einen Champagner überhaupt erst sechs Jahre Hefelager aushalten lässt.
Jahrgang 2018 – Montagne de Reims
Der Jahrgang 2018 begann nass und endete heiß. Zwischen November 2017 und Januar 2018 fielen im Mittel 345 Millimeter Niederschlag – mehr als im bisherigen Rekordjahr 1965 mit 338 Millimetern. Entsprechend hoch war im Frühjahr der Pilzdruck, im Mai vernichteten schwere Hagelzellen regional die Ernte. Ab April drehte das Wetter: Von April bis Juni schien die Sonne rund 750 Stunden statt der üblichen 630, die Blüte lief Anfang Juni rasch und gleichmäßig durch, Juli und August blieben warm und trocken.
Die Lese begann am 20. August – rund zwei Wochen früher als gewohnt und einer der frühesten Termine der Champagne-Geschichte. Das Lesegut war gesund und ungewöhnlich zuckerreich, die Menge groß: Der verfügbare Ertrag wurde auf 10.800 kg/ha festgesetzt, obwohl die Reben deutlich mehr getragen hätten. 2018 gilt als der erste Champagne-Jahrgang seit 2003, dem man das wärmere Klima geschmacklich klar anmerkt – reife Frucht, Schmelz, moderate Säure. Wo die Reife zu weit ging, wurden die Weine breit und phenolisch. Die nach Norden gerichteten Hänge von Ludes und Rilly hatten in diesem Jahr den Vorteil: Sie reiften langsamer und behielten die Säure, die 2018 anderswo fehlte.
Assemblage und Ausbau
Die Assemblage besteht aus 80 % Pinot Noir und 20 % Pinot Meunier, beides rote Sorten, weiß gekeltert – daher die Bezeichnung Blanc de Noirs. Es handelt sich um einen reinen Jahrgangswein aus 2018 ohne Reserveweine: Was das Jahr hergab, steht unverdünnt in der Flasche.
Nach der zweiten Gärung lag der Champagner über 72 Monate auf der Hefe. In dieser Zeit zersetzt sich die abgestorbene Hefe (Autolyse) und gibt Mannoproteine an den Wein ab – daher die cremige Textur und die Noten von Brioche und Nuss, die eine Kurzreife nie erreicht. Die Dosage liegt bei 2 g/l und damit im unteren Bereich der Kategorie Extra Brut: Sie rundet die Säure, ohne Süße beizusteuern – bei einem reifen Jahrgang wie 2018 die richtige Entscheidung, weil der Wein die Fülle bereits mitbringt.
Im Glas
Helles Gold mit feiner Perlage und kupfrigen Reflexen, wie sie die roten Sorten mitbringen. In der Nase Aromen gelber Früchte mit feinen Zitrusnoten, dahinter die Hefearomatik der langen Lagerung. Am Gaumen ausgewogen und reichhaltig, mit einer Verbindung aus Fülle und Frische, die den Nordhang verrät: Gewicht aus der Reife von 2018, Spannung vom Kalk. Der Abgang ist lang und trocken.
Über sechs Jahre auf der Hefe und 2 Gramm Dosage: Die Cremigkeit kommt aus der Zeit, nicht aus dem Zucker.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Nach zehn Minuten Luft tritt die Frucht vor die Hefenoten. Trinkreif, mit Reserve für die kommenden Jahre.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte und gereifter Käse. Das Gewicht des Blanc de Noirs trägt auch Kräftigeres – Poularde mit Morcheln, Rinder-Carpaccio, gebratener Steinbutt, alter Comté. Als Apéritif hält die niedrige Dosage den Auftakt trocken.