Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Blancs
Der Aurore Casanova Les Petites Vignes ist ein Blanc de Blancs aus dem Grand Cru Puisieulx an der Montagne de Reims – zu 100 % Chardonnay aus der Einzellage „Les Petites Vignes", gepflanzt 1988. Aurore Casanova, ehemalige Tänzerin an der Pariser Oper, bewirtschaftet ihre Reben ohne Herbizide und arbeitet im Keller ohne Zusätze: Handlese, spontane Gärung im Holzfass, kein Schönen, kein Filtern. Abgefüllt mit minimaler Dosage als Extra Brut.
Les Petites Vignes in Puisieulx
Puisieulx ist einer der kleinsten der siebzehn zu hundert Prozent als Grand Cru klassifizierten Orte der Champagne und liegt am östlichen Fuß der Montagne de Reims, wo der Hang ausläuft und in die Ebene übergeht. Eine Randlage, die in den großen Häusern kaum einzeln abgefüllt wird – unter eigenem Namen ist sie deshalb fast nie zu finden.
Die Parzelle „Les Petites Vignes" ist nach Osten ausgerichtet und nutzt das Morgenlicht, während die Nachmittage kühler bleiben. Die Reben wurzeln in Schluff- und Lehmböden über hartem Kalkstein, der in rund achtzig Zentimetern Tiefe ansteht. Diese Schichtung erklärt den Charakter des Weins: Der Ton speichert Wasser und puffert Trockenphasen, der harte Kalk zwingt die Wurzeln in die Tiefe und hält die Säure hoch. Langsame Reife statt schneller Zuckerbildung.
Der Weinberg wird nach dem Mondkalender bewirtschaftet, gelesen wird von Hand bei voller Reife. Aurore Casanova arbeitet gemeinsam mit ihrem Partner Jean-Baptiste Robinet auf rund fünf Hektar Grand-Cru-Lagen – neben Puisieulx auch Parzellen in der Côte des Blancs.
Spontangärung im Eichenfass, Assemblage mit Reserve
Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay – daher Blanc de Blancs – und ist eine Assemblage mehrerer Ernten mit Basis 2021, ergänzt um eine Reserve aus derselben Parzelle. Nach der Handlese vergärt der Most spontan in Eichenfässern zu 228 und 400 Litern; Zusätze verwendet das Haus nicht.
Die malolaktische Gärung wird vollständig durchgeführt und nimmt der Apfelsäure die Härte – bei einer Dosage von rund einem Gramm je Liter die Entscheidung, die den Wein trinkbar statt scharf macht. Nach der zweiten Gärung reift er zwei bis drei Jahre auf der Hefe; die Autolyse liefert die Brioche- und Nussnoten und die feine Perlage. Gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration.
Im Glas
Intensives Gold mit goldenen Reflexen und feiner, zarter Perlage. In der Nase komplex und einladend: Brioche und geröstete Haselnuss, dazu Anklänge von Gewürzen, getrockneten Früchten und kreidiger Mineralität. Am Gaumen cremig, komplex und zugleich rassig, mit hellen, reifen Früchten und einer salzigen, kreidigen Spannung. Der Abgang ist lang und frisch.
Harter Kalkstein in achtzig Zentimetern Tiefe: Daher die Säure, die zwei bis drei Jahre Hefelager und ein Gramm Dosage überhaupt erst trägt.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei dieser Dosage lohnt sich Luft – nach einer Viertelstunde treten Frucht und Nuss deutlicher neben die Hefenoten. Durch Struktur und Reife ist der Champagner lagerfähig.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Austern und Meeresfrüchte, gegrillter Fisch, helles Geflügel sowie cremige Hart- und Weichkäse. Der Fassausbau trägt auch Gehaltvolleres – Seezunge in brauner Butter, Kalbsfrikassee, Risotto mit Pilzen. Ebenso als Aperitif, wo die niedrige Dosage den Auftakt trocken hält.