Detailbeschreibung
Champagner · Champagne AOC · Lieu-dit
Chartogne-Taillet Les Couarres ist ein Einzellagen-Champagner aus Merfy im Norden der Champagne. Die süd-südöstlich ausgerichtete Lage ist mit Chardonnay und Pinot Noir bestockt; die ältesten Reben wurden 1970 gepflanzt. Auf den in der Champagne seltenen Tuffeau-Böden entsteht ein reifer, voller Champagner – im Glas goldgelbe Schattierungen und eine feine, elegante Perlage.
Les Couarres – die feuchteste Parzelle von Merfy
Merfy liegt nordwestlich von Reims am Massif de Saint-Thierry, dem westlichsten Ausläufer der Champagne. Hier reicht die Kreide nicht bis an die Oberfläche: Darüber liegen tertiäre Sande, Tone und Bänke aus Tuffeau – ein weicher, feinkörniger, glimmerhaltiger Kalkstein, den man sonst eher von der Loire kennt. Der Ort war schon zur Römerzeit bepflanzt und galt im Mittelalter unter der Abtei Saint-Thierry als eines der besseren Weindörfer; heute ist Chartogne-Taillet der einzige verbliebene Récoltant-Manipulant in Merfy.
Les Couarres liegt mitten im Rebberg des Dorfes, an einem sanften, nach Süden bis Südosten geneigten Hang. Es sind die schwersten und feuchtesten Böden der Gemeinde: Ton über Tuffeau, mit deutlich mehr Wasserreserve als die Nachbarparzellen. In trockenen, heißen Jahren ist das ein Vorteil, im Frühjahr ein Risiko, weil die Lage frostanfälliger ist. Die hohe Wasserversorgung treibt zudem den Wuchs, weshalb Ertrag und Laubwand über Schnitt und Ausbrechen geregelt werden müssen. Genau aus dieser Bodenfeuchte kommt die Fülle, die den Wein von den schlanken, salzigen Sandparzellen des Guts unterscheidet.
Alexandre Chartogne führt das Familiengut seit 2006, nach einer Lehrzeit bei Anselme Selosse. Rund elf Hektar verteilen sich auf etwa fünfzehn Parzellen, die getrennt gelesen, getrennt vergoren und getrennt ausgebaut werden – ohne feste Formel, sondern je nach Lage und Jahr. Im Weinberg wird auf Herbizide verzichtet, ein Teil der Fläche wird mit dem Pferd bearbeitet, um den Boden nicht zu verdichten.
Fassausbau mit ständigem Auffüllen
Die Cuvée vereint Chardonnay und Pinot Noir aus alten Reben, nach selektiver Handlese und mit weinbergseigenen Hefen vergoren. Der Grundwein reift in gebrauchten französischen Eichenfässern – bewusst zwei- bis dreijährige Fässer, die kein Holzaroma mehr abgeben.
Les Couarres gilt im Keller als die heikelste Parzelle des Guts: Die Weine dieses Bodens reagieren empfindlich auf Sauerstoff. Deshalb stehen die Fässer im kühlsten Teil des Kellers und werden regelmäßig aufgefüllt (Ouillage), damit kein Luftraum entsteht. Gezogen wird der Wein ohne Filtration für die zweite Gärung in die Flasche, auf der er anschließend mehrere Jahre auf der Hefe liegt. Dosiert wird niedrig.
Im Glas
Goldgelbe Schattierungen, feine Perlage. In der Nase intensiv und leicht oxidativ: frische Brioche, reifer Apfel, eine blühende Frühlingswiese, knackige Zitrus, weißer Tee und Mandeln. Am Gaumen vereinen sich Kraft, Saftigkeit und Frische, dazu getrocknete Aprikose, geschmolzene Butter und eine salzige Note. Der Abgang ist lang.
Die feuchtesten Böden von Merfy geben die Fülle, das ständige Auffüllen der Fässer hält sie frisch.
Bei 8–10 °C in großzügigen Gläsern servieren, nicht in der Flöte – die reife, vielschichtige Aromatik braucht Luft. Nach einer Viertelstunde im Glas öffnet sich der Wein deutlich; frisch degorgierte Flaschen wirken anfangs verschlossen und gewinnen mit einem weiteren Jahr Kellerlagerung.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, gehaltvolle Vorspeisen und gereifter Käse. Die Fülle dieses Bodens trägt mehr als ein schlanker Champagner: Bresse-Huhn mit Rahmsauce, gebratener Steinbutt, Kalbsbries, Comté mit zwei Jahren Reife. Als Aperitif ist er verschenkt – er gehört an den Tisch.