Detailbeschreibung
Champagner · Jahrgang · Blanc de Noirs Brut Nature
Der Tarlant La Vigne Royale Blanc de Noirs 2007 ist ein Jahrgangschampagner aus einer einzigen Pinot-Noir-Parzelle: Mocque Tonneau in Celles-lès-Condé, ein steiler Südhang auf hartem Kalk im Marne-Tal. Im Burgunderfass ohne Malo vergoren, über 14 Jahre auf der Hefe gereift und ohne Dosage verschlossen. Nur rund 1.500 Flaschen gibt es davon weltweit.
Mocque Tonneau – Pinot Noir am Steilhang über dem Surmelin
Die Parzelle Mocque Tonneau liegt in Celles-lès-Condé, im Süden des Marne-Tals, auf 170 Metern oberhalb des Zusammenflusses von Surmelin und Dhuys. Der Hang ist nach Süden ausgerichtet und mit 33 % Neigung sehr steil. Im Untergrund steht harter Kalk aus dem Lutetium an – ein Gestein, das im Marne-Tal selten bis an die Oberfläche reicht.
Südexposition und Steilheit bringen viel Wärme in die Trauben, der Kalk hält die Säure. Das ist ungewöhnlich für Pinot Noir im Marne-Tal, wo sonst Meunier auf Ton dominiert. Gepflanzt wurde die Parzelle 1991 mit Reben aus Massenselektion.
Die Familie Tarlant baut seit 1687 Wein im Marne-Tal an und bewirtschaftet heute rund 14 Hektar in 57 Parzellen in Oeuilly, Boursault, Saint-Agnan und Celles-lès-Condé. Tarlant gehörte früh zu den Häusern, die konsequent auf Dosage verzichten.
Jahrgang 2007 – Champagne
Nach einem milden Winter trieben die Reben ungewöhnlich früh aus, ein sehr heißer April beschleunigte die Entwicklung weiter. Ab Mai wurde das Wetter schlecht, die Blüte verlief je nach Lage sehr unterschiedlich. Der Juli war warm und schwül, der August dagegen kühl und regnerisch, was die Reife bremste. Einzelne Weinberge traf Sommerhagel.
In einigen Lagen begann die Lese schon am 23. August, viele Winzer warteten aber auf das sonnige Wetter ab dem 24. August. Tarlant las Mocque Tonneau erst am 12. September – fast drei Wochen später – und gab dem Pinot Noir damit Zeit zum Ausreifen. Erlaubt waren 12.400 kg/ha, die außerhalb der Hagelgebiete erreicht wurden. Die Trauben waren gesund, mit guter Balance zwischen Alkohol und Säure.
Burgunderfass, keine Malo, 14 Jahre auf der Hefe
Die Trauben wurden am 12. September 2007 von Hand gelesen und mit Schwerkraft schonend gepresst. Der Most gärte spontan mit wilden Hefen in Burgunder-Barriques und reifte dort acht Monate auf der Feinhefe. Die malolaktische Gärung wurde bewusst unterbunden.
Nach der Füllung lag der Champagner über 14 Jahre auf der Hefe, bevor er im Juni 2022 degorgiert und als Brut Nature ohne Dosage verschlossen wurde. Die Auflage liegt bei rund 1.500 Flaschen.
Im Glas
Tiefes Gold mit kupfernem Schimmer und feiner Perlage. In der Nase Himbeere, reife Kirsche und getrocknete Blüten, dazu Lakritz, frische Kräuter, geröstete Mandel und Brioche aus der langen Hefelagerung. Am Gaumen kraftvoll und gespannt: Die Reife des Südhangs trifft auf die Apfelsäure ohne Malo. Der Abgang ist trocken, kalkig und sehr lang.
Pinot Noir vom 33 % steilen Südhang auf Lutetium-Kalk, ohne Malo vergoren und über 14 Jahre auf der Hefe: Blanc de Noirs mit Reife und Spannung.
Wir empfehlen, ihn bei 11–13 °C im großen Weißweinglas zu servieren und ihm Zeit im Glas zu geben. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2032.
Am Tisch
Zu Taube, Wachtel oder Perlhuhn, Kalbsbries mit Morcheln, Hummer und Steinpilzen. Beim Käse zu gereiftem Comté, Beaufort oder Chaource. Ein Champagner für den Hauptgang.