Detailbeschreibung
Champagner · Blanc de Blancs · Brut Nature
Der Tarlant BAM! 2013 + Réserve Perpétuelle Brut Nature verdankt seinen Namen drei fast vergessenen Rebsorten der Champagne: Blanc (Pinot Blanc), Arbanne und Petit Meslier. Die Familie Tarlant baut sie in einer einzigen Parzelle in Oeuilly im Marne-Tal an, vergärt sie gemeinsam im Fass und ergänzt die Ernte 2013 aus einer seit Jahren fortgeführten Reserve. Abgefüllt ohne Dosage – eine Rarität aus dem Marne-Tal.
Four à Chaux in Oeuilly – Sand über Kalk im Marne-Tal
Die Reben für BAM! stehen im Lieu-dit Four à Chaux, im sandigen Teil („Sablé“) oberhalb von Oeuilly, am linken Ufer der Marne westlich von Épernay. Der Boden besteht aus kieselreichem Sand über Kalk. Er erwärmt sich schnell, ist durchlässig und lässt die spät reifenden alten Sorten zuverlässig ausreifen. Gepflanzt wurde die Parzelle 2003.
Arbanne, Petit Meslier und Pinot Blanc sind in der Champagne zugelassen, machen zusammen aber nur einen Bruchteil eines Prozents der Rebfläche aus. Sie gelten als anfällig und ertragsschwach; Petit Meslier hält dafür auch in reifen Jahren eine hohe Säure, Arbanne bringt Kräuter- und Zitrusnoten. Tarlant hat sie gezielt wieder ausgepflanzt.
Die Familie Tarlant baut seit 1687 Wein in Oeuilly an und bewirtschaftet heute rund 14 Hektar in 57 Parzellen in Oeuilly, Boursault, Saint-Agnan und Celles-lès-Condé. Benoît und Mélanie Tarlant führen das Haus in zwölfter Generation.
Jahrgang 2013 – Champagne, Vallée de la Marne
Auf ein kühles, nasses Frühjahr folgte eine späte Blüte im Juni und Anfang Juli, mit Verrieselung und Kleinbeerigkeit. Bis Juli blieb es feucht, der Mehltaudruck war hoch. Juli und August waren dann heiß und trocken, die Trauben legten Ende August bis zu 15 Gramm pro Woche zu. Im September zogen lokal Hagelschauer über die Weinberge entlang der Marne.
Die Lese begann in einigen Dörfern am 24. und 25. September, im Großteil der Marne erst im Oktober – nach den frühen Ernten von 2003, 2007 und 2011 ein klassisch später Jahrgang. Die Mengen waren nach dem kleinen Jahr 2012 wieder gut. 2013 ergab klare, sehr reine Grundweine mit kräftigem Säuregerüst; ideal für einen Champagner, der lange auf der Hefe liegt und ohne Dosage auskommt.
Gemeinsam im Fass vergoren, Basis 2013 plus Réserve Perpétuelle
Die drei Sorten werden von Hand gelesen, schonend gepresst und als gemischter Satz im Holzfass mit den eigenen Hefen vergoren. Auf die malolaktische Gärung verzichtet Tarlant bewusst, damit die Apfelsäure erhalten bleibt.
Der Grundwein des Jahrgangs 2013 wird mit Wein aus der Réserve Perpétuelle verschnitten: einer Reserve, die Tarlant für BAM! seit 2007 Jahr für Jahr auffüllt und aus der nur ein Teil entnommen wird. So trägt jede Abfüllung Wein aus allen früheren Jahren in sich. Nach vielen Jahren auf der Hefe wird der Champagner als Brut Nature ohne Dosage abgefüllt. Die Auflage liegt bei unter 1.000 Flaschen.
Im Glas
Kräftiges Gold mit feiner Perlage. In der Nase Quitte, Zitronat und gelber Apfel, dazu Kamille, getrocknete Kräuter, Honigwabe und Brotkruste aus der langen Hefelagerung. Am Gaumen vollmundig und zugleich straff: Die Apfelsäure von Petit Meslier und dem kühlen Jahrgang hält die reife Frucht und die Fassnoten in Spannung. Der Abgang ist trocken, salzig und sehr lang.
Drei alte Rebsorten aus einer Parzelle, im Fass ohne Malo vergoren und mit einer Reserve seit 2007 verschnitten: Champagne vor der Zeit von Chardonnay und Pinot.
Wir empfehlen, ihn bei 10–12 °C im großen Weißweinglas zu servieren und ihm Zeit im Glas zu geben. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2035.
Am Tisch
Zu Jakobsmuscheln mit brauner Butter, Steinbutt, Hummer oder Kalbsbries mit Morcheln. Auch zu Huhn mit Vin-Jaune-Sauce, gereiftem Comté oder Beaufort. Ein Champagner für das Menü, nicht für den Empfang.