Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Blancs Brut Nature
Der Marguet Le Mesnil-sur-Oger 2021 ist ein Blanc de Blancs aus dem Grand-Cru-Dorf Le Mesnil-sur-Oger an der Côte des Blancs. Benoît Marguet aus Ambonnay füllt Chardonnay aus diesem Dorf als eigenen Jahrgangschampagner ab, ohne Dosage und ohne Schwefelzusatz. Der kühle Jahrgang 2021 und die Kreide von Mesnil ergeben einen straffen, salzigen Champagner.
Le Mesnil-sur-Oger – Belemnitenkreide an der Côte des Blancs
Le Mesnil-sur-Oger liegt im südlichen Teil der Côte des Blancs, südlich von Épernay, und ist als Grand Cru klassifiziert. Die Hänge sind überwiegend nach Osten ausgerichtet und fast ausschließlich mit Chardonnay bepflanzt. Unter einer dünnen Auflage steht Belemnitenkreide an, eine sehr reine, poröse Kreide mit versteinerten Kopffüßern.
Die Kreide speichert Wasser und gibt es in trockenen Phasen langsam an die Reben ab. Sie liefert wenig Nährstoffe, die Trauben reifen langsam und behalten viel Säure. Deshalb gelten Champagner aus Mesnil als die straffsten und langlebigsten der Côte des Blancs – das Dorf ist Heimat von Salon und des Clos du Mesnil.
Das Haus Marguet besteht seit 1870 in Ambonnay und wird von Benoît Marguet in fünfter Generation geführt. Neben seinen Ambonnay-Lagen füllt er Chardonnay aus mehreren Grand-Cru-Dörfern der Côte des Blancs getrennt ab. Als Winzerin der Mesnil-Parzellen nennt das Haus Sophie Launois.
Jahrgang 2021 – Champagne, Côte des Blancs
2021 war für die Champagne eines der schwierigsten Jahre seit Jahrzehnten. An zwölf Frosttagen zwischen dem 6. April und dem 3. Mai gingen in der Champagne rund 30 % der möglichen Ernte verloren; die Côte des Blancs kam dabei vergleichsweise glimpflich davon. Danach folgten ein kalter, nasser Mai und ein verregneter Frühsommer: Von Mai bis Juli fiel so viel Regen wie sonst in fünf Monaten. Falscher und Echter Mehltau kosteten weitere 25 bis 30 %. Erst ab Anfang Juni brachte wärmeres Wetter die Reben voran.
In der Champagne begann die Lese am 6. September, die Grand Crus der Côte des Blancs folgten um den 20. September. Im Schnitt wurden nur etwa 6.500 kg/ha geerntet – die kleinste Champagne-Ernte seit rund vierzig Jahren. Die verbliebenen Trauben zeigten moderate Reife und eine gute Balance von Säure und Reife. 2021 steht für kühle, straffe und eher schlanke Grundweine – für Chardonnay aus Mesnil ohne Dosage ein klarer Rahmen.
Spontangärung, null Gramm Dosage, null Schwefel
Der Champagner ist ein Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay des Jahrgangs 2021 aus Le Mesnil-sur-Oger. Wie alle Weine des Hauses gärt der Grundwein spontan mit wilden Hefen.
Nach der Flaschengärung und dem Hefelager füllt Benoît Marguet ihn als Brut Nature ohne Dosage ab. Schwefel wird nicht zugesetzt; die Analyse weist 0 mg/l Gesamtschwefel aus. Vom Jahrgang 2021 entstanden 1.706 Flaschen.
Im Glas
Hellgold mit feiner Perlage. In der Nase Zitrone, grüner Apfel und Birne, dazu weiße Blüten, Brioche und ein Hauch Mandel. Am Gaumen schlank und gespannt: Die Säure des Jahrgangs und die Kreide von Mesnil geben die Linie vor, ohne Dosage bleibt nichts Weiches. Der Abgang ist salzig, kreidig und lang.
Chardonnay auf Belemnitenkreide aus einem kühlen Jahrgang, ohne Dosage und ohne Schwefel: Mesnil ohne jeden Filter.
Wir empfehlen, ihn bei 10–12 °C im Weißweinglas zu servieren und ihm etwas Luft zu geben. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2034.
Am Tisch
Zu Austern, Jakobsmuscheln roh mit Zitrus, Seezunge Müllerin oder Langustinen. Auch zu Sushi, Sashimi, Ziegenkäse aus der Loire oder einem jungen Comté. Ein Champagner für den Fischgang, nicht fürs Dessert.