Detailbeschreibung
Champagner · Blanc de Blancs · Extra Brut
Cazé-Thibaut Le Chemin des Plants ist ein reinsortiger Chardonnay-Champagner (Blanc de Blancs) aus einer kleinen Einzellage am rechten Marne-Ufer, dem Lieu-dit, das dem Wein seinen Namen gibt. Fabien Cazé bewirtschaftet in Châtillon-sur-Marne nur rund 2,6 Hektar und arbeitet konsequent mit minimaler Intervention. Als Extra Brut mit 1,5 g/l zeigt der Wein Tiefe und Präzision, mit feiner, eleganter Perlage.
Rive Droite – Chardonnay in Meunier-Land
Das Gut liegt in Châtillon-sur-Marne am rechten Ufer der Marne, im östlichen Teil des Vallée de la Marne. Diese Zone gilt als eine der besten Herkünfte für Pinot Meunier – die spät austreibende Sorte kommt mit den schwereren Böden und der Frostgefahr der Talsohle besser zurecht als ihre Verwandten. Ein reinsortiger Chardonnay ist hier die Ausnahme und setzt eine Parzelle voraus, die aus dem Rahmen fällt.
Genau das ist Le Chemin des Plants. Die Böden bestehen aus sandigem Lehm und Mergel über Kreide – leichter und besser drainierend als die Umgebung, was dem Chardonnay die Struktur gibt, die er im Marnetal sonst selten findet. Der Kalk im Untergrund hält die Säure, die dünne, sandige Auflage bremst den Wuchs. Daraus kommt die salzige Ader, die den Wein trägt.
Die Familie Cazé baut seit zehn Generationen im Marnetal Reben an; Roger Cazé füllte 1953 erstmals unter eigenem Namen ab. Fabien Cazé übernahm 2007 und stellte die Arbeit im Weinberg grundlegend um: keine Herbizide, keine Insektizide, rein mechanische Bodenbearbeitung, Handlese und getrennte Verarbeitung jeder Parzelle. Vor seiner Rückkehr arbeitete er bei Alexandre Chartogne in Merfy – die Parzellenlogik seiner Weine stammt aus dieser Schule. Auf 2,6 Hektar bleiben die Mengen entsprechend klein.
Spontangärung im gebrauchten Fass, über vier Jahre auf der Hefe
Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay eines einzigen Jahrgangs. Die Gärung erfolgt spontan in gebrauchten Eichenfässern – drei bis sechs Jahre alte Fässer, die kein Holzaroma mehr abgeben, sondern nur noch einen kontrollierten, minimalen Sauerstoffzutritt. Der Grundwein bleibt rund zehn Monate darin. Die malolaktische Gärung läuft durch und nimmt der Apfelsäure die Härte, was bei dieser Dosage entscheidend ist.
Nach der Füllung reift der Wein über vier Jahre auf der Hefe. Gefüllt und degorgiert wird ohne Schönung und ohne Filtration; die Dosage liegt bei 1,5 g/l und damit am unteren Rand dessen, was Extra Brut zulässt – bei einem Wein mit dieser Reife und dieser Säurestruktur genügt das, um den Auftakt rund zu machen.
Im Glas
Feine, elegante Perlage. In der Nase reife Zitrone, getrocknete Mango und Zitruszesten, dazu eine dezente Rauchigkeit und frische Kräuter. Am Gaumen kraftvoll und zugleich straff, mit klarer Struktur und salziger Mineralität. Der Nachhall ist lang und frisch.
2,6 Hektar, eine Parzelle, ein Jahrgang, 1,5 Gramm Dosage: Hier bleibt nichts, hinter dem sich ein Wein verstecken könnte.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei so niedriger Dosage lohnt sich Luft – nach einer Viertelstunde treten Frucht und Rauchnote deutlicher hervor. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte und feine vegetarische Gerichte. Der Fassausbau trägt auch Gehaltvolleres – gebratener Steinbutt, Kalbsbries, Risotto mit Pilzen, junger Comté. Ebenso als Apéritif, wo die niedrige Dosage den Auftakt trocken hält.