Detailbeschreibung
Champagner · Premier Cru · Blanc de Blancs
Frédéric Savart Blanc de Blancs 1er Cru zeigt, wie straff und präzise Chardonnay an der Montagne de Reims ausfallen kann – deutlich kantiger als die klassischen Blanc de Blancs der Côte des Blancs. Der Wein vereint zwei Premier-Cru-Lagen: Écueil und Trépail. Große Klarheit, seidige Textur und eine kühle, gespannte Mineralität, als Extra Brut dosiert. Die Auflage liegt bei 13.532 Flaschen.
Écueil und Trépail – zwei Seiten der Montagne de Reims
Frédéric Savart sitzt in Écueil südwestlich von Reims, in der Petite Montagne. Das Gut geht auf seinen Großvater René zurück, der 1947 die ersten Reben kaufte; Frédéric führt es seit 2005 und bewirtschaftet rund vier Hektar in Écueil und dem Nachbarort Villers-aux-Nœuds – verteilt auf viele kleine Parzellen, aus denen fast ein Dutzend Cuvées entstehen.
Écueil ist eigentlich Pinot-Noir-Gebiet: Die Böden sind überwiegend sandig, und die rote Sorte dominiert das Dorf. Nur dort, wo sich Kalkadern durch den Sand ziehen, steht Chardonnay – wenig, und deshalb interessant. Aus diesen Parzellen kommt Fülle und eine feine, fast pudrige Textur, weil Sand die Trauben früher reifen lässt und weniger Strenge liefert als reine Kreide.
Trépail liegt auf der anderen Seite des Massivs, an der Ostflanke der Montagne. Der Ort ist zu rund neunzig Prozent mit Chardonnay bestockt und steht auf deutlich kreidigeren Böden; die Ostausrichtung bringt Morgensonne und kühle Nachmittage. Von dort kommt die straffe, kühle Mineralität und die Säureachse. Die Assemblage aus beiden Orten ist damit keine Verlegenheitslösung, sondern das Zusammensetzen zweier Eigenschaften, die keiner der beiden Crus allein liefert.
Rebsorte und Ausbau
Reinsortig aus Chardonnay – daher Blanc de Blancs – aus den beiden Premier-Cru-Gemeinden Écueil und Trépail. Savart bezeichnet seinen Keller selbst als Terroir-Labor: Die Cuvées sind fast ausnahmslos Parzellenweine, Gärung und Ausbau erfolgen je nach Wein im Edelstahltank oder im Holzfass, und die Dosage wird jedes Jahr neu festgelegt statt nach Schema.
Die malolaktische Gärung wird nicht durchgängig zugelassen – dadurch bleibt ein Teil der Apfelsäure erhalten, was die scharfe Kontur dieses Weins erklärt. Dosiert wird niedrig, in der Kategorie Extra Brut: Bei einem Wein, der von Säure und Salzigkeit lebt, würde mehr Zucker genau das zudecken, was ihn ausmacht.
Im Glas
Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase Zitrusfrische, gelber Apfel, weiße Blüten und ein Hauch Mandelschale. Am Gaumen seidig und zugleich straff gespannt, getragen von reifer Säure; zarte Brioche-Noten und eine feine Salzspur verknüpfen Tiefe mit Finesse, bevor er in einem langen, kreidigen Finale ausklingt.
Sand aus Écueil für die Textur, Kreide aus Trépail für die Spannung – ein Blanc de Blancs, den es an der Côte des Blancs so nicht gibt.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei dieser Dosage lohnt sich Luft – nach einer Viertelstunde tritt die Frucht neben die Hefenoten. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Passt zu feinen Fisch- und Meeresfruchtgerichten, Austern und Geflügel. Die Textur trägt auch Gehaltvolleres: Langustinen, Jakobsmuscheln mit brauner Butter, Kalbsfrikassee, junger Comté. Als Aperitif funktioniert er, gehört aber eher an den Tisch.