Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Blancs
Eric Rodez Empreinte Blanche Grand Cru ist ein Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay aus den besten Lagen von Ambonnay – einem Ort, der eigentlich für Pinot Noir berühmt ist und hier zeigt, welche Tiefe der Chardonnay entwickeln kann. Die Trauben stammen aus den Parzellen Les Noyers Saint Pys, Les Genettes, Les Crayères und Les Agusons mit über 40 Jahre alten Reben. Vollständig im Barrique ausgebaut, ohne malolaktische Gärung und unfiltriert abgefüllt.
Ambonnay Grand Cru – Chardonnay im Pinot-Land
Ambonnay ist eine zu hundert Prozent als Grand Cru klassifizierte Gemeinde am Südhang der Montagne de Reims, in jenem Abschnitt, den man auch Côte des Grands Noirs nennt – Pinot-Noir-Land. Die Südausrichtung bringt viel Wärme in die Trauben, unter einer Auflage aus Ton und Kalk steht die Kreide an. Für Pinot Noir ist das die Kombination, die Farbe, Fülle und reife Gerbstoffe liefert.
Für Chardonnay ist es zunächst zu warm – genau deshalb ist diese Cuvée eine Ausnahmeerscheinung. Die vier Parzellen Les Noyers Saint Pys, Les Genettes, Les Crayères und Les Agusons liefern Chardonnay, der nicht die schlanke Strenge der Côte des Blancs zeigt, sondern Körper und Schmelz – mit der kühlen, kalkigen Achse aus dem Untergrund darunter. Die Reben sind über 40 Jahre alt und tragen entsprechend wenig, aber konzentriert.
Eric Rodez bewirtschaftet rund sechs Hektar in Ambonnay. Ausgebildet als Önologe, arbeitete er im Keller von Krug, bevor er Anfang der 1990er-Jahre auf das Familiengut zurückkehrte und unter eigenem Namen abfüllte. Die Handschrift daraus ist bis heute erkennbar: parzellenweise Vinifikation, hoher Holzanteil, sehr genaue Arbeit mit Reserveweinen.
Rebsorte und Ausbau
Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay – daher Blanc de Blancs. Die Vinifikation erfolgt vollständig im Barriquefass: Der Grundwein gärt und reift im Holz, was ihm Textur und Schmelz gibt und durch den minimalen Sauerstoffzutritt die Aromatik öffnet. Bei einem so reifen Terroir wie Ambonnay ist das die Machart, die Körper zulässt, statt gegen ihn zu arbeiten.
Auf die malolaktische Gärung wird verzichtet. Die Apfelsäure bleibt vollständig erhalten – das ist der Gegenpol zum warmen Südhang und der Grund, warum der Wein trotz Fassausbau und reifer Frucht straff bleibt. Abgefüllt wird unfiltriert. Die geringe Dosage von 2 g/l – Extra Brut – lässt Terroir und Ausbau unverstellt stehen.
Im Glas
Goldgelbe Robe mit feiner Perlage. In der Nase reife Zitrusfrüchte, Mirabellen, geröstete Haselnüsse und feine Brioche, unterlegt von kühler, kalkiger Mineralität. Am Gaumen druckvoll und doch seidig, mit Tiefe, Schmelz und klarer Kontur. Der Abgang ist lang.
Voller Fassausbau für den Schmelz, keine malolaktische Gärung für die Achse – Ambonnay-Chardonnay braucht beides gleichzeitig.
Bei 8–10 °C servieren, in einem großzügigen Glas statt in der Flöte. Etwas Luft betont die Aromatik – nach einer Viertelstunde treten Nuss und Brioche neben die Zitrusfrucht. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Austern, edler Fisch, Geflügel und gereifter Käse. Fassausbau und Körper tragen auch Gehaltvolleres – Jakobsmuscheln mit brauner Butter, Steinbutt, Bresse-Poularde in Rahm, alter Comté. Als reiner Aperitif ist er verschenkt; er gehört an den Tisch.