Detailbeschreibung
Rotwein · Walla Walla Valley AVA · Syrah
Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2012 stammt von Christophe Baron, dem Gründer von Cayuse, aus einer extrem dicht gepflanzten Parzelle im Rocks District des Walla Walla Valley. Ein herzhafter, salziger und konzentrierter Syrah von den Basaltkieseln – im Stil näher an der Côte Brune von Côte-Rôtie als an allem, was man sonst aus Nordamerika kennt. Erzeugt wurden nur 463 Kisten.
The Tribe Vineyard – dicht gepflanzter Syrah auf Basalt
The Tribe Vineyard umfasst rund drei Acres, gut einen Hektar, und liegt unmittelbar neben Christophe Barons Lage En Chamberlin im Rocks District of Milton-Freewater. Diese Unterregion des Walla Walla Valley ist die einzige Weinbauappellation der USA, deren Grenzen allein über einen Bodentyp gezogen wurden: einen kiesigen Lehm, der fast vollständig aus runden Basaltgeröllen besteht. Wie die galets roulés von Châteauneuf-du-Pape speichern die Steine tagsüber Wärme und geben sie nachts an die Trauben ab.
Die Besonderheit dieser Parzelle ist die Pflanzdichte. Gepflanzt wurde „sur échalas", wie an den steilen Hängen der nördlichen Rhône: jede Rebe an einem eigenen Pfahl, rund 3.555 Stöcke je Acre, umgerechnet etwa 8.800 je Hektar – ein Mehrfaches dessen, was in den USA üblich ist. So eng stehende Reben konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, tragen wenig und wurzeln tief. Der Name Horsepower verweist darauf, wie diese Reihen bearbeitet werden: Sie sind zu schmal für einen Traktor, die Arbeit übernehmen Zugpferde.
Der Vergleich mit der Côte Brune ist kein Zufall. Baron, aus einer Winzerfamilie der Champagne stammend, hat die nördliche Rhône bewusst zum Vorbild genommen – Pflanzsystem, Syrah, Hanglage im Sinne dichter Bestockung. Der Rocks District liefert dazu die Wärme und die herzhafte, fleischige Aromatik, für die die Weine dieser Gegend bekannt sind.
Jahrgang 2012 – Walla Walla Valley
Der Jahrgang 2012 gilt im Bundesstaat Washington und im angrenzenden Walla Walla Valley als ausgeglichenes, sehr gutes Jahr. Nach einem kühlen Frühjahr folgte ein warmer, trockener und vor allem gleichmäßiger Sommer ohne längere Hitzespitzen. Der Herbst blieb mild und erlaubte eine ruhige, lange Reife.
Die Trauben kamen gesund und vollreif in den Keller, ohne dass die Frische verloren ging. Für Syrah auf den warmen Basaltkieseln bedeutet das Konzentration und Struktur bei erhaltener Spannung – gute Voraussetzungen für einen Wein, der heute, gut ein Jahrzehnt später, in einer schönen Trinkphase steht.
Rebsorte und Herkunft
Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2012, ausschließlich aus The Tribe Vineyard. Horsepower Vineyards ist Christophe Barons zweites Label neben Cayuse; es ist den dicht gepflanzten, mit Pferden bearbeiteten Parzellen vorbehalten und entsprechend klein. Von diesem Wein wurden 463 Kisten erzeugt.
Die Konzentration des Weins entsteht im Weinberg, nicht durch Extraktion im Keller: Bei so dichter Bepflanzung bringt jeder einzelne Stock nur wenige Trauben, die kleinen Beeren liefern viel Schale im Verhältnis zum Saft – daher Farbe, Tannin und Tiefe.
Im Glas
Tiefes Rubin mit beginnender Reife am Rand. In der Nase herzhaft, fast blutig: Asche, schwarzer Pfeffer, Steinsalz, schwarze Olive, nasser Stein, Tabak und getrocknete Blüten über dunkler Frucht aus schwarzer Kirsche und Pflaume, dazu getrocknete Kräuter, Paprika und Lakritz.
Am Gaumen vollmundig und konzentriert, mit ausgeprägt salziger Mineralität, reifen Tanninen und großer Länge. Die gut zehn Jahre Flaschenreife haben die Frucht in den Hintergrund und die herzhaften Töne nach vorn gebracht.
Pflanzdichte wie an der nördlichen Rhône, Basalt wie in Châteauneuf, Pferde statt Traktor: ein Syrah, der nach Stein und Fleisch schmeckt.
Bei 16–18 °C servieren. Eine Stunde vorher dekantieren und dabei vom Depot trennen. Heute gut trinkreif, mit weiterem Potenzial bis etwa 2032.
Am Tisch
Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem Barbecue oder gereiftem Hartkäse. Die herzhaften, salzigen Töne passen besonders zu Lamm mit Oliven und Rosmarin, geschmorter Ochsenbacke und Wildschwein.