Detailbeschreibung
Champagner · Champagne AOC · Blanc de Noirs
Lointier Causica Blanc de Noirs Extra Brut 2021 ist ein Winzerchampagner aus 100 % Pinot Meunier von den ältesten Reben des Guts, je zur Hälfte in gebrauchten Barriques und in der Amphore ausgebaut. Die zarten Perlen steigen sanft auf und formen eine feine, beständige Schaumkrone, die die Frische dieses Blanc de Noirs unterstreicht.
Westliche Vallée de la Marne – Meunier-Land
Hélène und Jean-Baptiste Lointier sind ein junges Winzerpaar aus der westlichen Vallée de la Marne bei Brasles und Crézancy im Département Aisne – dem am weitesten von Reims und Épernay entfernten Teil der Champagne. Sie bewirtschaften rund drei Hektar auf Böden aus braunem Kalkstein und Lehm, ohne Herbizide und Insektizide.
Geologisch unterscheidet sich dieser Westen deutlich vom Kern der Appellation: Die Kreide liegt hier tief, darüber lagern tertiäre Mergel, Ton und Kalksteinbänke. Solche Böden erwärmen sich langsamer und halten mehr Wasser – daraus kommen Weine mit mehr Körper und Textur, während die Kreide-Salzigkeit der Côte des Blancs zurücktritt. Klimatisch gehört die Zone zu den spätesten der Champagne.
Das ist der Grund, warum hier der Pinot Meunier regiert: Die spät austreibende Sorte kommt mit den Frostlagen der Talsohle und den schweren Böden besser zurecht als Pinot Noir und Chardonnay. Ein reinsortiger Blanc de Noirs aus Meunier ist deshalb keine Notlösung, sondern die naheliegende Antwort auf diese Herkunft. Der Name „Causica" verweist auf eine besonders behaarte Unterart der Honigbiene – eine Anspielung auf die filzig behaarten Blätter des Meunier, die der Sorte auch ihren Namen gaben: Sie wirken wie mit Mehl bestäubt.
Jahrgang 2021 – Champagne
Der Jahrgang 2021 war der härteste der Champagne seit vier Jahrzehnten. Eine zwölftägige Frostperiode im April beschädigte grüne Triebe und schlafende Augen, danach hielt der Regen bis in den Sommer an und ließ den Falschen Mehltau explodieren. Lokale Hagelschläge trafen rund 500 Hektar. Der Durchschnittsertrag lag bei etwa 7.000 kg/ha gegenüber rund 12.500 kg/ha im Mittel der 2000er-Jahre.
Gelesen wurde spät und mit scharfer Selektion. Was gesund in den Keller kam, war schlank und säurebetont – das Gegenteil der warmen Vorjahre. Für einen Erzeuger, der ohne malolaktische Gärung arbeitet und minimal dosiert, ist das ein anspruchsvoller Jahrgang: Die Apfelsäure bleibt vollständig im Wein. Genau deshalb tragen hier Fassausbau, Amphore und lange Hefelagerung die Hauptlast – sie geben die Textur, die der Jahrgang von sich aus nicht mitbringt.
Barrique, Amphore und 22 Monate auf der Hefe
Reinsortig aus 100 % Pinot Meunier von den ältesten Meunier-Reben des Guts. Die Hälfte des Weins reift elf Monate in gebrauchten Barriques aus Holz des eigenen Waldes, die andere Hälfte in der Amphore. Gebrannter Ton ist porös und lässt in sehr kleinen Mengen Sauerstoff an den Wein, ohne Aroma beizusteuern; das gebrauchte Fass tut dasselbe, gibt aber etwas mehr Struktur.
Auf die malolaktische Gärung wird verzichtet, damit die Apfelsäure erhalten bleibt. Gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration. Nach der Flaschengärung folgen mindestens 22 Monate auf der Hefe, bevor mit minimaler Dosage als Extra Brut degorgiert wird.
Im Glas
Blasses Kupfergold mit feiner, beständiger Perlage. In der Nase reife Äpfel, ein Hauch Zitrus und dezente florale Noten, unterlegt von Biskuit, Pfirsichcreme und einer würzig-rauchigen Spur. Am Gaumen eine ausgewogene Balance aus präziser Säure und sanfter, cremiger Textur, mit feiner roter Beerenfrucht und griffigem, lang anhaltendem Abgang.
Keine malolaktische Gärung, minimale Dosage: Was den Wein rund macht, kommt aus Amphore, Fass und 22 Monaten Hefe – nicht aus dem Zucker.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei dieser Dosage lohnt sich Luft – nach einer Viertelstunde treten Frucht und Rauchnote deutlicher hervor. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Passt zu Austern und Meeresfrüchten, Fisch, Geflügel und feinem Fingerfood. Fassausbau und Meunier-Körper tragen auch Gehaltvolleres: gebratener Steinbutt, Bresse-Huhn mit Rahmsauce, Charcuterie, junger Comté. Als Aperitif funktioniert er, gehört aber eher an den Tisch.