Detailbeschreibung
Weißwein · Côtes du Rhône Villages · Rhône-Cuvée
Der Rotem & Mounir Saouma Inopia blanc Côtes du Rhône Villages 2023 ist eine Cuvée aus Roussanne, Grenache Blanc, Marsanne und Clairette von einer Parzelle bei Orange, knapp außerhalb der Grenze von Châteauneuf-du-Pape. Ganztraubig gepresst, in Zementeiern und gebrauchten 500-Liter-Fässern vergoren und 18 Monate unberührt auf der Vollhefe gereift. Ein vollmundiger Weißwein mit erstaunlicher Frische.
Inopia – Ton über Flusskies bei Orange
Rotem und Mounir Saouma haben mit dem Micro-Négoce Lucien Le Moine in Beaune international Bekanntheit erlangt. Im Süden der Rhône arbeiten sie zusätzlich mit eigenen Weinbergen. 2011 kauften sie eine brachliegende Parzelle bei Orange. Das Bild dieses kargen Landes und der zurückhaltende Ansatz im Keller gaben dem Wein seinen Namen: Inopia, lateinisch für „aus dem Nichts geschaffen".
Die Böden bestehen aus rund einem Meter magerem Ton, darunter liegen etwa sieben Meter kleiner Flusskiesel, lokal grès genannt – das kleinere Gegenstück zu den großen galets roulés von Châteauneuf-du-Pape, deren Appellationsgrenze wenige hundert Meter entfernt verläuft. Diese Kiesschicht speichert Feuchtigkeit, im trockenen Klima der südlichen Rhône ein entscheidender Vorteil, und liefert den Wurzeln Mineralstoffe.
Die Saoumas bepflanzten die Fläche 2011 mit elf Rebsorten in hoher Dichte: 4.700 Stöcke je Hektar statt der in der Region üblichen rund 3.500. Die Konkurrenz der Reben untereinander senkt den Ertrag je Stock und konzentriert die Trauben. Alle Arbeiten im Weinberg werden von Hand erledigt.
Jahrgang 2023 – südliche Rhône
2023 begann in der südlichen Rhône mit einem historisch trockenen Winter: Zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fiel an 32 Tagen in Folge kein Regen, die längste Trockenperiode seit 1959. Das Frühjahr blieb frisch, der Sommer bis in den August hinein mäßig warm. Bis Ende August fielen in der Region nur 200 bis 350 Millimeter Niederschlag.
Vom 20. bis 24. August traf eine Hitzewelle das Rhônetal, in Orange wurden am 22. August 42,7 °C gemessen. Die weißen Rebsorten waren zu diesem Zeitpunkt meist schon reif oder kurz vor der Lese und litten kaum. Die Lese zog sich von der letzten Augustwoche bis Anfang Oktober. 2023 ergibt in der südlichen Rhône dichte, ausgewogene Weine, bei den Weißen mit guter Frische.
Ganztraubenpressung, Zementei und 18 Monate Ruhe
Cuvée aus Roussanne, Grenache Blanc, Marsanne und Clairette, Jahrgang 2023, trocken. Die ganzen Trauben werden gepresst, der Most gelangt direkt in gebrauchte 500-Liter-Fässer und Zementeier mit 1.600 Litern, wo er vergärt.
Anschließend bleibt der Wein 18 Monate unberührt auf der Vollhefe – ohne Umpumpen, ohne Aufrühren. Die Hefe verbraucht den eindringenden Sauerstoff und gibt Mannoproteine ab, die die Textur polstern; daraus kommen Fülle und Länge, ohne dass Holz ins Spiel käme. Das Zementei arbeitet dabei anders als das Fass: träge in der Temperatur, minimal im Sauerstoffeintrag – es hält die Frische, die eine so lange Hefereife sonst kosten würde. Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert.
Im Glas
Kräftiges Goldgelb. In der Nase getrocknete Aprikose und Dattel, dazu Nuss, Rosine und eine Spur eingelegter Früchte – die Aromatik südlicher weißer Sorten, wenn sie reif geerntet und lange auf der Hefe gelassen werden.
Am Gaumen mundfüllend und breit gebaut, mit der seidigen Textur aus den achtzehn Monaten Hefekontakt – und trotzdem frisch, mit einer Säure, die den Körper trägt statt ihn zu bremsen. Der Abgang ist lang und salzig. In der Statik nahe an einem weißen Châteauneuf-du-Pape, nur kühler gezeichnet und mit mehr Trinkfluss.
Ton über Flusskies bei Orange, 18 Monate unberührt auf der Vollhefe: getrocknete Aprikose und Nuss mit kühler Frische.
Jung wie gereift zugänglich, aber gib ihm ruhig Luft – nach einer halben Stunde im Glas öffnet sich die Aromatik deutlich. Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter, sonst bleibt die Textur verschlossen.
Am Tisch
Edler Fisch und Krustentiere, Geflügel und Kalb in heller Sahnesauce, cremige Pasta- und Risottogerichte sowie würzige asiatische Küche und gereifter Hartkäse. Zu leichten Vorspeisen ist der Wein zu dicht – er gehört zum Hauptgang.