Detailbeschreibung
Rotwein · Châteauneuf-du-Pape · Grenache
Der Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Arioso 2015 ist ein reinsortiger Grenache aus dem Lieu-dit Pignan, von Reben aus den 1930er-Jahren. Mit ganzen Trauben vergoren und 36 Monate auf der Feinhefe ohne Abstich gereift – die Frucht und Kraft des Südens, zusammengesetzt mit der Kellerhandschrift von Mounir Saouma (Lucien Le Moine).
Arioso – alte Grenache aus Pignan
Rotem und Mounir Saouma sind als Eigentümer des Micro-Négoce Lucien Le Moine im Burgund weltbekannt. In Châteauneuf-du-Pape begann ihre Geschichte mit einer kleinen Parzelle im Lieu-dit Pignan – einem der großen Terroirs der Appellation, unmittelbar an die Lagen von Château Rayas grenzend. Dort steht reiner Grenache, gepflanzt in den 1930er-Jahren, der von Natur aus winzige Erträge liefert. Aus diesen Reben entsteht der Arioso.
Pignan liegt im Nordosten der Appellation, mit Blick auf den Mont Ventoux. Der Boden unterscheidet sich grundlegend vom Bild, das man von Châteauneuf im Kopf hat: kein Meer aus großen galets roulés, sondern Sand mit Steinanteil. Sand entwässert schnell, speichert wenig Wärme und bremst den Wuchs – deshalb bringt er beim von Natur aus üppig reifenden Grenache das hervor, was dieser Sorte sonst fehlt: Frische, helle Frucht und feinkörniges Tannin statt Wucht.
Dazu kommt das Alter. Reben aus den 1930er-Jahren tragen wenig, wurzeln tief und reifen gleichmäßiger als Junganlagen – was in heißen Jahren den Unterschied macht, weil sie weniger auf Trockenstress reagieren. Konzentration entsteht hier nicht durch Extraktion im Keller, sondern durch die Menge, die der Stock gar nicht erst ansetzt.
Jahrgang 2015 – Châteauneuf-du-Pape
Auf einen milden, niederschlagsarmen Winter folgte ein warmes, trockenes Frühjahr mit früher, gleichmäßiger Blüte. Juni und Juli brachten Hitze und anhaltende Trockenheit; in manchen Parzellen stockte die Reife, weil den Reben schlicht das Wasser fehlte. Mitte August kam der Regen, der den Jahrgang rettete: Er löste die Blockade, die Beeren füllten sich, und die letzten Wochen verliefen warm, aber ohne Extreme.
Gelesen wurde ab Anfang September unter guten Bedingungen, mit gesundem Lesegut, hohen Mostgewichten und – entscheidend – reifen, runden Tanninen statt harter Kerne. 2015 gilt in der südlichen Rhône als sehr starker Jahrgang mit Konzentration und Reifepotenzial. Auf dem Sand von Pignan und mit sehr alten Reben bleibt diese Kraft in Form: Die Lage liefert die Frische, die dem Jahrgang sonst fehlen könnte.
Ganztraubengärung und 36 Monate auf der Feinhefe
Reinsortiger Grenache, Jahrgang 2015, aus dem Lieu-dit Pignan. Vergoren wird mit ganzen Trauben samt Stielen nach einer rund elftägigen kühlen Mazeration – ein Verfahren, das Mounir Saouma nach eigener Aussage allein dem alten Grenache von Châteauneuf zugesteht. Die Stiele bringen Struktur und eine würzige Frische, die den Alkohol in Schach hält.
Anschließend reift der Wein rund 36 Monate auf der Feinhefe in Fässern zu 228 und 500 Litern, ohne Abstich und ohne Schwefelgabe bis kurz vor der Füllung. Das ist die Kellerlogik aus dem Burgund: Die Hefe verbraucht den eindringenden Sauerstoff und schützt den Wein damit selbst; gleichzeitig gibt sie Mannoproteine ab, die die Textur polstern. Daraus kommen die saftige Fülle und die seidige Geschmeidigkeit – nicht aus dem Holz, das in gebrauchten Fässern dieser Größe kaum Aroma beisteuert.
Im Glas
Mittleres, transparentes Rubinrot mit beginnendem Ziegelrand. In der Nase Himbeere und rote Johannisbeere, dazu Süßholz und Lakritz, getrocknete Kräuter der Garrigue und ein erdig-steiniger Ton – deutlich heller gezeichnet, als man es von Châteauneuf erwartet.
Am Gaumen seidig und schlank gebaut, mit feinkörnigem Tannin und einer Säure, die den Wein vorwärts trägt. Die Textur aus drei Jahren auf der Feinhefe ist der eigentliche Charakterzug: dicht, ohne schwer zu sein. Der Abgang ist lang, würzig und salzig.
Sand statt galets, Stiele statt Extraktion, drei Jahre Hefe statt neuem Holz – daher die Leichtigkeit dieses Châteauneuf.
Eine Stunde vor dem Servieren dekantieren; ein Depot ist nach dieser Zeit normal. Bei 16–18 °C servieren. Trinkreif und mit Reserve für viele Jahre.
Am Tisch
Zu Lamm und Wild, zu geschmortem Rind und Ente, zu kräuterwürzigen mediterranen Schmorgerichten sowie zu Trüffelgerichten und gereiftem Käse. Das helle, seidige Profil trägt auch Gerichte, an denen ein wuchtiger Châteauneuf scheitert – Taube, Kaninchen mit Thymian, Pilzrisotto.