Detailbeschreibung
Weißwein · Deutscher Qualitätswein trocken · Bio
Grauer Burgunder aus dem Norden der Pfalz: Der 2025er von Schenk-Siebert wächst in Grünstadt-Sausenheim auf Sand über Muschelkalk, im Regenschatten der Haardt. Der Jahrgang brachte kleine, gesunde Beeren und eine Lese, die Ende August begann und schon am 23. September abgeschlossen war. Im Glas reife Birne, saftiger Apfel und eine feine Kalkwürze – Frucht vor Wucht, trocken ausgebaut.
Grünstadt-Sausenheim – Sand über Muschelkalk im Leiningerland
Sausenheim gehört zu Grünstadt und liegt am nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße, dort wo die Rheinebene in die Hügel des Leiningerlands übergeht. Die Familien Schenk und Siebert bewirtschaften hier 37 Hektar auf Sand- und Muschelkalkböden – zwei Untergründe, die im selben Wein zwei verschiedene Dinge tun.
Der Sand erwärmt sich früh, treibt Austrieb und Reife voran und liefert die weiche, fruchtige Seite. Der Muschelkalk darunter hält Wasser in den Mergelbändern und gibt dem Wein den salzig-trockenen Zug im Abgang. Dazu kommt das Klima: Der Pfälzerwald hält die Regenfronten aus Westen ab, die nördliche Pfalz zählt zu den trockensten und wärmsten Weinbauregionen Deutschlands. Das Ergebnis sind kleine Beeren mit dicker Schale und klarer Aromatik statt breiter Fülle.
Die Sieberts zählen zu den ältesten Winzerfamilien in Grünstadt, die Schenks bauen seit dem 18. Jahrhundert Wein an. Betriebsleiter ist Gerhard Siebert, im Keller arbeitet Christoph Siebert. Die Flächen für diesen Wein werden ökologisch bewirtschaftet (DE-ÖKO-022).
Jahrgang 2025 – Pfalz
Das Jahr verlief in der Pfalz warm und über weite Strecken trocken. Entscheidend war die Trockenphase während der Zellteilung nach der Blüte: Die Beeren blieben klein, das Verhältnis von Schale zu Saft verschob sich, die Aromen konzentrierten sich. In der Reifephase reichte die Wasserversorgung aus, hohe Temperaturen trieben die Reife dann rasch voran. Erst Mitte September setzte Regen ein – zu einem Zeitpunkt, an dem ein Großteil der Weißweintrauben bereits im Keller war. Der Gesundheitszustand der Trauben war entsprechend gut, der Krankheitsdruck gering.
Frühe Sorten erreichten schon Mitte August Mostgewichte auf Qualitätsweinniveau, viele Betriebe begannen Ende August mit der Lese. Weil praktisch alle Rebsorten gleichzeitig reif wurden, presste sich die gesamte Ernte in einen Sprint von rund drei Wochen; am 23. September war die Lese beendet – so früh wie selten. Die Menge blieb klein: Die Pfalz erntete rund 1,85 Millionen Hektoliter, etwa 17 Prozent unter 2024 und 18 Prozent unter dem Zehnjahresmittel. Wenig Wein, aber mit reifer Frucht bei erhaltener Säurestruktur – ein Jahrgang, der bei Burgundersorten Klarheit statt Opulenz bringt.
Assemblage und Ausbau
Reinsortiger Grauer Burgunder aus ökologischem Anbau, Jahrgang 2025, trocken ausgebaut. Das früh und schnell gelesene Traubenmaterial kam gesund in den Keller, entsprechend sauber und fruchtbetont fällt der Wein aus.
Der Ausbau verzichtet auf Holz – keine Röst- oder Vanillenote überlagert die Frucht. Bei 12,5 % vol bleibt der Wein schlank genug, um die Birnen- und Apfelaromatik im Vordergrund zu halten, statt sie mit Alkohol zu unterlegen. Die Verarbeitung erfolgt vegan, ohne tierische Klärhilfsmittel.
Im Glas
In der Nase reife Birne, dazu saftiger, frisch aufgeschnittener Apfel und ein Hauch Mandel. Am Gaumen zeigt der Wein Kraft und zugleich feine Textur: fruchtbetont, zart, mit klarer Kontur statt Breite. Der Muschelkalk meldet sich als salzige Würze im Mittelteil, das Finish läuft weich und ohne Kanten aus.
Ein Grauer Burgunder, der seine Kraft aus kleinen Beeren zieht, nicht aus Alkohol – Birne und Apfel vorn, Kalkwürze hinten.
Bei 10 bis 12 Grad servieren, nicht kälter, sonst verschwindet die Birne. Aus dem großen Glas gewinnt der Wein nach zehn Minuten an Fülle. Der Jahrgang 2025 ist jung schon zugänglich und hält dank seiner Säurestruktur bis etwa 2029.
Am Tisch
Der klassische Allrounder für mittelschwere Küche: Pouletbrust mit Rahmsauce, Kalbsschnitzel, Schweinerücken mit Pilzen, Kürbisrisotto, gebratener Zander, Flammkuchen mit Ziegenkäse. Auch zu leicht gewürzten asiatischen Gerichten trägt die Frucht. Solo funktioniert er ebenso – ein Wein für den Abend, an dem nichts Bestimmtes auf dem Tisch steht.