Detailbeschreibung
Sekt · Nahe · Riesling Brut
Der Dönnhoff Blanc de Blancs Brut 2021 ist ein Riesling-Sekt aus den ältesten Rebparzellen des Weinguts in Oberhausen an der Nahe. Blanc de Blancs meint hier wörtlich, was es sagt: weißer Schaumwein aus weißen Trauben, nur ohne den Chardonnay, den der Begriff in der Champagne bezeichnet. Klassische Flaschengärung, dreieinhalb Jahre Hefelager und ein Jahrgang, dessen Säure für Sekt gemacht war.
Oberhausen an der Nahe – Tonschiefer im Seitental
Das Weingut Dönnhoff liegt seit über 250 Jahren in Oberhausen im mittleren Nahetal und bewirtschaftet heute rund 25 Hektar, davon 80 Prozent Riesling. Die Böden der Gemarkung sind geologisch uneinheitlich: verwitterter grauer Tonschiefer mit lehmigen Auflagen prägt die Hänge, dazu kommen im weiteren Umfeld Sandstein und vulkanisches Gestein. Der Sekt stammt aus den ältesten Riesling-Parzellen des Betriebs in Oberhausen – Reben, deren tiefes Wurzelwerk auch in nassen Jahren nicht in Wachstum umschlägt.
Prägend für Oberhausen ist die Topografie. Die Rebflächen liegen in einem Seitental der Nahe, das der rund 400 Meter hohe Lemberg nach Westen abschirmt. Die steilen Hänge fallen nach Südosten ab, mit 30 bis 40 Prozent Neigung – sie fangen die Morgensonne, kühlen aber am Nachmittag früher ab als die westexponierten Lagen des Haupttals. Aus diesem Wechsel entsteht die kühle Aromatik, die den Riesling hier auszeichnet.
Für einen Sektgrundwein ist genau diese Konstellation der Vorteil, der anderswo ein Nachteil wäre: Die frühe Nachmittagskühle bremst den Säureabbau in der Reifephase und hält die Mostgewichte im Zaum. Was für einen großen trockenen Riesling in kühlen Jahren knapp ausfällt, ist für die Flaschengärung die richtige Ausgangslage.
Jahrgang 2021 – Nahe
2021 war an der Nahe ein kühles, altmodisches Weinjahr. Auf ein kaltes Frühjahr mit verzögertem Austrieb folgte ein nasser Sommer mit hohen Niederschlägen und starkem Druck durch Peronospora und Oidium – der Pflanzenschutz entschied in diesem Jahr über die Ernte. Die kühlen Sommernächte verlangsamten die Reife so deutlich, dass der Riesling seine aromatische Reife erst Mitte bis Ende Oktober erreichte.
Die Lese zog sich entsprechend hin und war an der Nahe erst in der ersten Novemberwoche abgeschlossen. Die Mostgewichte lagen deutlich unter dem Vorjahresschnitt, die Säure blieb hoch und reif zugleich, der Gesundheitszustand der selektiv gelesenen Trauben war gut. Die Erträge fielen je nach Betrieb von normal bis stark reduziert aus. Für Stillweine war 2021 ein Jahr, das Arbeit verlangte; für Sekt lieferte es die Parameter, die man sich sonst mühsam zusammensuchen muss – moderater Alkohol von 12 % vol bei tragfähiger Säure.
Assemblage und Ausbau
100 Prozent Riesling aus dem Jahrgang 2021, von Hand gelesen und als ganze Traube gepresst. Die Ganztraubenpressung liefert klare, phenolarme Moste – die Voraussetzung dafür, dass ein Sekt nach dreieinhalb Jahren auf der Hefe noch schlank wirkt. Die erste Gärung findet traditionell im alten Doppelstückfass statt, nicht im Edelstahl: Das gebrauchte Holz gibt keine Aromen ab, sondern nur den minimalen Sauerstoffzutritt, der dem Grundwein Bindung verschafft.
Die zweite Gärung startet im Frühjahr in der Flasche, klassische Flaschengärung nach Champagner-Verfahren. Anschließend liegt der Sekt dreieinhalb Jahre auf der Hefe im Weingutskeller, wird von Hand gerüttelt und einzeln degorgiert. Die Dosage bleibt im Brut-Bereich und dient allein dazu, die Säure des Jahrgangs einzubinden.
Im Glas
Helles Gelbgrün mit feiner, cremig gebundener Perlage. In der Nase weiße Blüten, frischer Apfel und Zitrus, dahinter der Briocheton aus dem langen Hefelager. Am Gaumen präzise und straff, mit einer salzigen Ader, die den Abgang trägt; die Rieslingsäure bleibt spürbar, wird durch die Autolyse aber gepolstert statt überdeckt.
Was 2021 für einen großen trockenen Riesling zu knapp war, ist für die Flaschengärung genau richtig.
Trinkreif ab sofort und über die nächsten Jahre haltbar; die Säure des Jahrgangs 2021 trägt den Sekt problemlos bis 2032, wobei der Brioche- und Nussanteil zunimmt. Bei 8–10 °C servieren und ins Weißweinglas geben, nicht in die Flöte – die Aromatik braucht Fläche.
Am Tisch
Als Aperitif, dann weiter zu Austern, Forellenfilet, Räucherfisch und Kalbstatar. Ebenso zu Flammkuchen, zu Spargel mit Zitronen-Hollandaise, zu Sushi und zu jungem Bergkäse. Ein Sekt, der ein ganzes Menü begleiten kann, nicht nur dessen Anfang.