Detailbeschreibung
Sekt · Nahe · Blanc de Noirs Brut
Der Dönnhoff Pinot Brut 2021 ist ein weiß gekelterter Spätburgunder aus dem Roxheimer Höllenpfad, einer VDP.Großen Lage an der Nahe. Die Trauben stammen von 40 Jahre alten Reben, der Grundwein reifte im alten Stückfass, der Sekt lag 50 Monate auf der Hefe und wurde am 27. August 2026 degorgiert. Die Auflage umfasst 1.436 nummerierte Flaschen.
Roxheimer Höllenpfad – Rotliegend-Sandstein über dem Dorf
Der Höllenpfad liegt oberhalb von Roxheim im nördlichen Nahetal. Sein Kern, die VDP.Große Lage Im Mühlenberg, umfasst rund sechs Hektar mit 30 bis 50 Prozent Hangneigung und einer Ausrichtung von Südwest bis Südost. Der Boden ist eine rote, warme Erde aus verwittertem Sandstein des Rotliegenden – jener permzeitlichen Formation, die dem Nahetal seine markante Farbe gibt und ihre Wärme über die Nacht speichert.
Diese Wärmespeicherung ist der Grund, warum in Roxheim Spätburgunder steht und nicht nur Riesling. Der sandig-steinige Untergrund erwärmt sich schnell, gibt die Hitze aber gedämpft wieder ab; die Reben reifen zügig, ohne dass die Beeren überhitzen. Die für den Sekt genutzten Parzellen sind mit rund 40 Jahren alt genug, um tief zu wurzeln – in einem nassen Jahr wie 2021 der entscheidende Puffer gegen wuchernde Vegetation und verwässerte Aromatik.
Dass ein Erzeuger eine Große Lage für Schaumwein verwendet, ist die eigentliche Aussage dieser Flasche. Der Sektgrundwein wird hier nicht aus dem gemacht, was für den Stillwein zu knapp geriet, sondern aus Trauben, die auch als Blanc de Noirs oder als Spätburgunder trocken hätten gefüllt werden können.
Jahrgang 2021 – Nahe
2021 war an der Nahe ein kühles Jahr alter Schule. Ein kaltes Frühjahr verzögerte den Austrieb, der Sommer blieb nass, und hoher Niederschlag ließ den Druck durch Peronospora und Oidium massiv ansteigen – wer die Laubarbeit nicht im Griff hatte, verlor Menge. Kühle Nächte bremsten die Reife so deutlich, dass die Beeren erst Mitte bis Ende Oktober physiologisch reif wurden; die Lese zog sich an der Nahe bis in die erste Novemberwoche.
Die Mostgewichte lagen deutlich unter dem Vorjahresschnitt, die Säure blieb hoch, das selektierte Lesegut gesund. Die Erträge fielen je nach Betrieb von normal bis stark reduziert aus. Für rote Spätburgunder war das ein Jahr, das Zurückhaltung verlangte; für einen weiß gekelterten Sektgrundwein war es die passende Ausgangslage – moderate Zuckerreife, wenig Farbe und viel Säure, genau das, was ein Grundwein für die zweite Gärung braucht.
Stückfass, Flaschengärung und 50 Monate Hefe
100 Prozent Spätburgunder aus dem Jahrgang 2021, von Hand gelesen und als ganze Traube sanft gepresst. Die Ganztraubenpressung hält den Most vom Beerenhautkontakt fern – so bleibt der Wein hell und phenolarm, obwohl er von roten Trauben stammt. Der Grundwein reift anschließend in einem 60 Jahre alten Stückfass: Holz in diesem Alter gibt keine Aromen mehr ab, sondern nur den langsamen Sauerstoffzutritt, der dem Pinot Struktur verschafft.
Es folgt die klassische Flaschengärung und ein Hefelager von 50 Monaten im Weingutskeller – gut ein Drittel länger als bei den meisten deutschen Jahrgangssekten. Gerüttelt und degorgiert wird von Hand, Flasche für Flasche; die vorliegende Partie wurde am 27. August 2026 degorgiert. Die Dosage ist knapp gehalten und bleibt im Brut-Bereich, sodass Reife und Hefeautolyse den Sekt tragen und die Säure des Jahrgangs 2021 nur abgerundet, nicht überdeckt wird.
Im Glas – Quitte, Haselnuss und Kreide
Helles Gelb mit zartem Kupferschimmer, feine und dauerhafte Perlage. In der Nase Quitte und weißer Pfirsich, Haselnuss, Hefegebäck und ein rauchiger Ton aus dem Fassausbau. Am Gaumen trocken, mit klarer Kontur und einer kreidig-salzigen Struktur; der Spätburgunder zeigt sich nicht als Frucht, sondern als Körper – der Abgang bleibt lang und herb.
50 Monate auf der Hefe, von Hand gerüttelt: Die Tiefe kommt aus der Zeit im Keller, nicht aus der Dosage.
Trinkreif ab sofort; die Struktur des Jahrgangs 2021 lässt den Sekt bis 2034 weiterreifen, wobei Nuss- und Röstnoten zunehmen. Bei 8–10 °C im Weißweinglas servieren, nicht in der Flöte. Nach zehn Minuten im Glas öffnet er sich deutlich.
Am Tisch – Blanc de Noirs zu Austern, Zander und Comté
Die knappe Dosage macht ihn zum Essensbegleiter. Zu Austern, Sashimi und Kalbstatar, zu gebratenem Zander mit brauner Butter, zu Räucheraal und Jakobsmuscheln. Ebenso zu Bresse-Poularde mit Rahmsauce oder zu gereiftem Comté. Als Aperitif wirkt er eher herb als fruchtig.