Detailbeschreibung
Trockener Rotwein · Pfalz, Duttweiler · Spätburgunder
Bergdolt-Reif & Nett Avantgarde Spätburgunder trocken ist der Pinot Noir an der Spitze des Duttweiler Familienweinguts. Die Avantgarde-Serie entspricht im Haus der Stufe der Lagenweine: aufwendige Vinifikation, lange Maischestandzeit und ein Ausbau, der sich über rund anderthalb Jahre im Barrique erstreckt. Christian Nett zeigt hier, wie strukturiert Spätburgunder aus der warmen Mittelhaardt ausfallen kann.
Mittelhaardt-Süd – tiefgründiger Löss über Kalk
In der Pfalz stehen rund 1.600 Hektar Spätburgunder; nach Dornfelder ist er die zweitwichtigste rote Sorte des Gebiets, qualitativ aber die erste. Duttweiler liegt im südlichen Teil der Mittelhaardt, wo die Rheinebene in den Regenschatten des Pfälzerwalds übergeht. Wärme und lange Herbste lassen Pinot Noir hier dunklere Frucht und mehr Körper entwickeln als in kühleren deutschen Anbaugebieten.
Die Rebflächen des Guts liegen auf 120 bis 140 Metern Höhe über einer Auflage aus Löss und Lehm, die mehr als zehn Meter tief reicht. Darunter und dazwischen verlaufen feine Kalkadern. Für die Avantgarde-Weine nutzt das Weingut seine besten Parzellen, bestockt mit Reben aus eigenen Burgunderselektionen. Der Löss puffert Trockenphasen, der Kalk verleiht dem Wein Spannung und eine Säure, die auch nach langem Holzausbau trägt.
Avantgarde – die Lagenwein-Stufe des Hauses
Bergdolt-Reif & Nett ordnet seine Weine in mehrere Linien. Die Avantgarde-Serie bildet die Brücke zwischen den traditionellen Werten des Familienbetriebs und dem Stil der jüngeren Generation. Kennzeichen der Serie sind lange Maischestandzeiten und ein Ausbau, der je nach Sorte Edelstahl, große Holzfässer und Barriques kombiniert.
Beim Spätburgunder fällt die Wahl eindeutig auf das kleine Holz. Neben dem roten Avantgarde-Spätburgunder umfasst die Serie Weiß- und Grauburgunder sowie Merlot, Lagrein und Shiraz – alles Weine, die im Haus als Lagenweinniveau gelten und Lagerpotenzial mitbringen.
Offene Maischegärung und langes Barrique
Die Trauben werden nach der Lese sortiert, entrappt und angequetscht. Die Gärung läuft auf der Maische, nach Erzeugerangaben zu früheren Jahrgängen rund zwei Wochen lang im offenen Gärbottich. Die offene Gärung erlaubt regelmäßiges Unterstoßen des Tresterhuts; so werden Farbe und Gerbstoffe schonend aus den Schalen gelöst, ohne die harten Bestandteile der Kerne zu forcieren.
Nach dem Abpressen durchläuft der Wein den biologischen Säureabbau im Barrique, in dem er anschließend reift. Insgesamt bleibt er rund 16 bis 18 Monate im 225-Liter-Fass aus Eiche, bevor er vor der Füllung noch kurz im Edelstahl zur Ruhe kommt. Das Holz rundet die Tannine, bringt feine Röst- und Gewürznoten und lässt den Wein über die lange Reifezeit Tiefe gewinnen.
Im Glas – Schattenmorelle, Leder und Unterholz
Mittleres Rubinrot mit granatfarbenem Rand. Im Duft Schattenmorelle und dunkle Kirsche, dazu Brombeere, etwas Leder und waldige Noten von Unterholz und Pilzen; das Barrique zeigt sich in Anklängen von Nelke, Kakao und dezenter Röstung. Am Gaumen saftig und mittelkräftig, mit reifen, feinkörnigen Gerbstoffen und einer Säure, die dem Wein Länge gibt. Der Abgang ist würzig, mit Kirsche und einem Hauch Tabak.
Rund anderthalb Jahre im Barrique, getragen von der Säure des Kalks: Pfälzer Spätburgunder mit Lagenwein-Anspruch.
Trinkreif ab Erscheinen, entwickelt sich über acht bis zehn Jahre nach der Lese weiter. Eine Stunde vorher in die Karaffe geben und bei 16–18 °C im Burgunderglas servieren.
Am Tisch – Avantgarde-Spätburgunder zu Ente, Reh und Rinderfilet
Die Struktur verlangt nach kräftigeren Gerichten: rosa gebratene Entenbrust oder Gänsekeule mit Rotkohl, Rehrücken mit Wacholderjus, Wildschweinbraten. Ebenso zu Rinderfilet mit Pilzen, Kalbsbäckchen oder geschmortem Lamm. Vegetarisch zu Trüffel-Risotto, Steinpilzen oder Linsen mit Rotwein. Beim Käse zu gereiftem Comté oder einem Brie mit Trüffel.