Detailbeschreibung
Rotwein · DO Ribera del Duero · Tempranillo
Der Flor de Pingus 2023 ist ein reinsortiger Tempranillo von Peter Sisseck aus La Horra in der Ribera del Duero – von über 30 Jahre alten Reben auf einer der höchsten Lagen der Appellation. Parzellenweise spontan vergoren, 14 Monate im Barrique: konzentriert, würzig und mineralisch, im Jahrgang 2023 offen und saftig in der Frucht.
La Horra – Höhe und Kalk am Duero
Die Ribera del Duero zieht sich entlang des Duero durch die Hochebene Kastiliens. La Horra liegt im Norden der Appellation, nahe Roa, und zählt mit rund 850 bis 900 Metern zu ihren höchstgelegenen Weinbauorten. Das Klima ist extrem: heiße, trockene Sommertage, Nächte, die auch im August deutlich abkühlen, harte Winter und Spätfröste im Frühjahr. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht lassen die Trauben reif werden, ohne dass die Säure verloren geht.
Die Böden rund um La Horra sind ton- und kalkhaltig, durchsetzt mit Sand und Kalksteinbrocken. Der Kalk hält die Säure und gibt den Weinen eine mineralische, straffe Kontur; der Ton speichert Wasser für die trockenen Sommer. Die Reben für diesen Wein sind über 30 Jahre alt, wurzeln entsprechend tief und liefern kleine, konzentrierte Erträge.
Peter Sisseck, gebürtiger Däne, kam Anfang der 1990er-Jahre in die Ribera del Duero und machte La Horra mit seinem Pingus zu einem der bekanntesten Weinorte Spaniens. Der Flor de Pingus ist der zweite Wein des Hauses – aus alten Parzellen rund um das Dorf, mit derselben Handschrift wie das Flaggschiff.
Jahrgang 2023 – Ribera del Duero
Das Jahr 2023 war in der Ribera del Duero von Trockenheit und Hitze geprägt. Der Winter brachte wenig Regen, das Frühjahr blieb trocken, und im Sommer folgten mehrere Hitzewellen. Die Reben reagierten mit kleinen Beeren und geringeren Erträgen; die Reife verlief schnell, gelesen wurde früher als gewohnt.
In den hohen, kalkreichen Lagen um La Horra fingen die kühlen Nächte einen Teil dieser Hitze ab. Die Weine des Jahrgangs zeigen reife, saftige und klar gezeichnete Frucht, sind ausgewogen und gut eingebunden – offener und früher zugänglich als der strengere Vorgänger 2022.
Parzellenweise Spontangärung, 14 Monate Barrique
Reinsortiger Tempranillo – in der Ribera del Duero Tinto Fino genannt, eine Spielart mit kleineren, dickschaligeren Beeren als in der Rioja –, Jahrgang 2023. Die einzelnen Parzellen werden getrennt und spontan mit den eigenen Hefen vergoren; so lässt sich später genau steuern, welche Herkunft welchen Anteil an der Assemblage bekommt.
Danach reift der Wein 14 Monate in französischen Barriques. Das kleine Fass rundet die festen Gerbstoffe des Tinto Fino und bringt eine feine Röstnote ein; französische Eiche bleibt dabei zurückhaltender als die in Spanien traditionelle amerikanische. Erst nach dem Ausbau werden die Partien assembliert und abgefüllt.
Im Glas
Tiefes Purpurrot. In der Nase rote und dunkle Früchte, dazu eine würzig-kräuterige Note, feine Röstaromen aus dem Barrique und ein kühler, steiniger Ton. Am Gaumen konzentriert und kraftvoll, aber nicht schwer: die Frucht saftig, die Gerbstoffe fest und fein, die Mineralität deutlich. Der Abgang ist lang und würzig.
Höhe und Kalk für die Frische, alte Reben für die Konzentration, ein trockenes Jahr für die Dichte.
Rund zwei Stunden vor dem Servieren dekantieren. Bei 16–18 °C servieren. Jung schon zugänglich, mit Reifepotenzial über viele Jahre.
Am Tisch
Zu Lamm und Rind vom Grill oder aus dem Schmortopf, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse wie Manchego. In der Ribera selbst steht dazu Lechazo, das Milchlamm aus dem Holzofen; ebenso passen Entrecôte vom Rebholz und Hirschrücken.