Detailbeschreibung
Weißwein · Bourgogne Aligoté AOC · Aligoté
Der Pierre Vincent Bourgogne Aligoté 2023 stammt von zwei Parzellen in Auxey-Duresses und kommt aus der jungen Domaine des Winzers, der zuvor die Domaine de la Vougeraie und die Domaine Leflaive geleitet hat. Ausgebaut in kleinem Holzfass, Edelstahl und Tonamphore: frisch und salzig, mit straffer Säure und einer feinen Cremigkeit im Nachhall.
Aligoté aus Auxey-Duresses
Aligoté ist nach Chardonnay die zweite weiße Rebsorte Burgunds – und eng mit ihm verwandt: Beide stammen aus einer Kreuzung von Pinot und der alten Sorte Gouais Blanc. Aligoté reift etwas später, bringt mehr Säure und eine kräuterig-zitrische Frische mit. Lange galt er als einfacher Alltagswein, bekannt vor allem als Grundlage für den Kir. Auf guten Böden und bei niedrigen Erträgen zeigt er dagegen eine klare, salzige Präzision, die viele Winzer in Burgund inzwischen neu entdecken.
Die Trauben für diesen Wein stammen aus zwei Parzellen in Auxey-Duresses, einem Seitental der Côte de Beaune westlich von Meursault. Die Lagen sind etwas höher und kühler als in Meursault, die Böden kalkgeprägt. Für eine Sorte mit so viel natürlicher Säure ist das die richtige Umgebung: Der Kalk gibt Salz und Kontur, die kühlere Lage erhält die Frische.
Pierre Vincent übernahm 2023 mit Partnern die Domaine des Terres de Velle in Auxey-Duresses und führt sie seither als Domaine Pierre Vincent. Im Keller arbeitet er bewusst zurückhaltend.
Jahrgang 2023 – Côte de Beaune
Der Jahrgang 2023 brachte an der Côte de Beaune viel und gesundes Lesegut. Die Blüte im Juni verlief nahezu ohne Ausfälle, die Reben setzten entsprechend viele Trauben an; wer den Ertrag begrenzte, erntete konzentriertes Material. Eine Hitzewelle Ende August beschleunigte die Reife, Regen Mitte September brachte kurz vor der Lese Entspannung.
Die Weißweine zeigen reife, aromatische Frucht und dabei gut erhaltene Säure. Für Aligoté, der von Natur aus säurebetont ist, war das ein günstiges Jahr: Die Wärme brachte Reife und Schmelz, die Sorte selbst lieferte die Spannung.
Holzfass, Edelstahl und Tonamphore
Reinsortiger Aligoté aus dem Jahrgang 2023. Der Wein wird in drei unterschiedlichen Gebinden ausgebaut und anschließend zusammengeführt: im kleinen Holzfass mit geringem Neuholzanteil, im Edelstahltank und zu einem Teil in der Tonamphore.
Jedes Gebinde trägt etwas anderes bei. Das Holzfass lässt langsam Sauerstoff an den Wein und gibt Textur, der Edelstahl hält Frucht und Frische unverändert, die Amphore liegt dazwischen: Gebrannter Ton ist porös wie Holz, gibt aber kein Aroma ab. Zusammen ergibt das einen Aligoté mit Schmelz, ohne dass seine straffe Säure verloren geht.
Im Glas
Helles Gelb mit grünlichem Schimmer. In der Nase grüner Apfel, Limette und Orangenschale, dazu Frühlingsblüten und ein Hauch gerösteter Mandel. Am Gaumen straff, mit deutlicher, frischer Säure und einer salzigen Ader; im Nachhall kommt eine feine Cremigkeit dazu. Mit etwas Luft gewinnt der Wein an Länge und Ausdruck.
Aligoté von Kalk, in Holz, Stahl und Ton ausgebaut: Säure mit Schmelz – mehr als ein Kir-Wein.
Bei 10–12 °C servieren. Jung zugänglich, mit Reserve für einige Jahre.
Am Tisch
Zu Austern, Meeresfrüchten, gebratenem Fisch, Ziegenkäse oder als Aperitif. Die Säure trägt auch Gougères, Schnecken in Kräuterbutter und Jambon persillé – burgundische Klassiker, zu denen Aligoté traditionell getrunken wird.