Detailbeschreibung
Champagner · Champagne AOC · Rosé de Saignée
Lointier Causica Rosé de Saignée Extra Brut 2022 ist kein gewöhnlicher Rosé-Champagner: reinsortiger Pinot Meunier von den ältesten Reben des Guts, als Rosé de Saignée gewonnen und je zur Hälfte in gebrauchten Barriques und in der Amphore ausgebaut. Vielschichtig und überraschend, mit feiner Rotbeerigkeit und einem ganz eigenen Charakter.
Vallée de la Marne – Meunier-Land
Hélène und Jean-Baptiste Lointier bewirtschaften ihre Reben in der Vallée de la Marne auf Böden aus braunem Kalkstein und Lehm, ganz ohne Herbizide und Insektizide. Der westliche Abschnitt des Marnetals ist die Heimat des Pinot Meunier: Die spät austreibende Sorte kommt mit den schwereren Böden und der Frostgefahr der Talsohle besser zurecht als Pinot Noir und Chardonnay.
Geologisch unterscheidet sich diese Zone vom Kern der Champagne. Die Kreide liegt hier tief, darüber lagern tertiäre Mergel, Ton und Kalksteinbänke. Solche Böden erwärmen sich langsamer und halten mehr Wasser – daraus kommen Weine mit mehr Körper und Textur, während die Kreide-Salzigkeit der Côte des Blancs zurücktritt. Für einen Saignée-Rosé, der Substanz braucht, ist das die richtige Grundlage.
Der Name „Causica" verweist auf eine besonders behaarte Unterart der Honigbiene – eine Anspielung auf die leicht behaarten Blätter des Pinot Meunier, die der Sorte auch ihren Namen gegeben haben: Sie wirken wie mit Mehl bestäubt.
Jahrgang 2022 – Champagne
Der Jahrgang 2022 war ein Jahr der Extreme mit gutem Ausgang. Auf einen milden Winter folgte ein früher Austrieb, im April traf regional Frost die jungen Triebe, im Juni kamen örtlich Hagelzellen dazu. Der Sommer brachte Hitze und anhaltende Trockenheit – ohne rund 100 Millimeter Regen im Juni wäre der Jahrgang deutlich schlechter ausgefallen; so aber füllten die Reben ihre Wasserreserven auf, bevor die heiße Phase begann.
Die Lese begann ab Mitte August, außerordentlich früh, und brachte eine große und gesunde Ernte: Der verfügbare Ertrag wurde auf 12.000 kg/ha festgesetzt. Trotz der Hitze blieben die Säurewerte stabil. Für einen Rosé de Saignée ist der Gesundheitszustand des Leseguts entscheidend, weil die Beeren nach dem Abbeeren stundenlang im eigenen Saft stehen – 2022 lieferte genau das.
Saignée, Barrique und Amphore
Reinsortig aus Pinot Meunier von den ältesten Reben des Guts. Die Farbe entsteht nicht durch Zugabe von Rotwein, wie beim in der Champagne üblichen Assemblage-Rosé, sondern durch Saignée: Die dunklen Beeren mazerieren auf der Maische, und ein Teil des angefärbten Mosts wird abgezogen. Das bringt neben der Farbe auch Gerbstoff, Struktur und Frucht aus der Schale – ein Verfahren, das deutlich mehr Wein ergibt als ein Assemblage-Rosé und entsprechend selten praktiziert wird.
Die Hälfte des Weins reifte elf Monate in gebrauchten Barriques aus Holz des eigenen Waldes, die andere Hälfte in der Amphore. Gebrannter Ton ist porös und lässt in sehr kleinen Mengen Sauerstoff an den Wein, ohne Aroma beizusteuern; das gebrauchte Fass macht dasselbe, nur mit etwas mehr Struktur. Auf die malolaktische Gärung wurde verzichtet, damit die Apfelsäure erhalten bleibt – bei einem warmen Jahrgang wie 2022 die Entscheidung, die den Wein straff hält.
Gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration. Nach der Flaschengärung folgen mindestens 22 Monate auf der Hefe, dosiert wird mit 1,5 g/l als Extra Brut.
Im Glas
Zartes bis kräftiges Rosé mit auffallend feiner, klarer Perlage. In der Nase einladend, mit Biskuit, Pfirsichcreme und einem Hauch Rauch. Am Gaumen strukturiert und saftig, mit feiner Rotbeerigkeit, roter Johannisbeere und Brioche; leicht, elegant und lang.
Saignée statt Assemblage: Die Farbe kommt aus der Schale – und mit ihr Struktur, die ein Rosé-Champagner selten hat.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei 1,5 g/l Dosage braucht der Wein Luft – nach einer Viertelstunde treten Frucht und Rauchnote deutlicher hervor. Trinkreif, mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Passt zu Krustentieren, Fisch, hellem Fleisch, Geflügel und feinem Fingerfood. Die Struktur aus der Maischestandzeit trägt mehr als ein heller Rosé: Thunfisch vom Grill, Ente, Lammkarree, Charcuterie. Auch als Aperitif, dort aber eher zu Herzhaftem als solo.