Detailbeschreibung
Rotwein · Grand Cru · Morey-Saint-Denis · Côte de Nuits
Der Domaine Armand Rousseau Clos de la Roche Grand Cru 2023 ist der einzige Wein der Domaine, der nicht aus Gevrey-Chambertin stammt. Der Clos de la Roche liegt im Nachbardorf Morey-Saint-Denis und gehört zu den ältesten Besitzungen der Familie: Armand Rousseau erwarb die erste Parzelle schon 1920/21. Steinig, straff und kraftvoll ist dieser Grand Cru – im Jahrgang 2023 mit dunkler Frucht und viel Spannung unter der Oberfläche.
Clos de la Roche – der Fels von Morey-Saint-Denis
Der Clos de la Roche ist der größte Grand Cru von Morey-Saint-Denis und liegt am Nordrand des Dorfes, unweit der Grands Crus von Gevrey-Chambertin. Die Domaine gibt die Fläche mit 16,84 Hektar an, andere Quellen nennen rund 16,9 Hektar. Als Grand Cru anerkannt wurde die Lage 1936. Ihren Namen verdankt sie dem Gestein: Unter kaum 30 Zentimetern Erde liegen große Felsblöcke.
Rousseau besitzt 1,48 Hektar in zwei Parzellen, nach Osten ausgerichtet. Die erste kam 1920/21 in den Besitz der Familie, die zweite 1975 unter Charles Rousseau. Die Reben stehen auf Kalk- und Ton-Kalk-Böden des Mittleren Jura; die dünne Auflage zwingt die Wurzeln früh in den zerklüfteten Fels. Die Domaine beschreibt den Wein als mineralisch und kraftvoll, lang am Gaumen, mit großer Dichte und einer gewissen Festigkeit.
Im Sortiment steht der Clos de la Roche zwischen den beiden Polen des Hauses: weniger opulent als Chambertin und Clos de Bèze, aber dunkler und fester als Charmes- oder Mazy-Chambertin. Gerade in warmen Jahren bringt der felsige Untergrund eine kühle, straffe Struktur in den Wein.
Jahrgang 2023 – Côte de Nuits
Burgund erlebte 2023 eines seiner wärmsten Jahre, noch etwas wärmer als 2022. Ein regenreicher März füllte die Wasserspeicher, der April blieb kühl und lichtarm. Am 11. Mai ging über einzelnen Parzellen in Morey-Saint-Denis und Chambolle-Musigny Hagel nieder, ohne größere Schäden. Ende Mai blühten die ersten Reben an der Côte d'Or, die Blüte verlief schnell. Auf den zweitwärmsten Juni in Frankreich seit 1900 folgten Gewitter, eine kühle erste Augustwoche und vom 18. bis 24. August Hitze von 35 bis 36 °C. Der August lag insgesamt rund 20 Prozent über dem Temperaturmittel.
Ein sehr großer Fruchtansatz verlangte konsequentes Ausdünnen: Rousseau nahm im Sommer etwa die Hälfte der Trauben heraus. Die Lese begann auf der Domaine am 7. September, wegen der Hitze wurde in der Côte de Nuits vielfach nur morgens geerntet. Die Weine erreichten 13 bis 14 % Alkohol, der Säureabbau war vor Weihnachten abgeschlossen. Cyrielle Rousseau sagte über 2023, glücklicher mit einem Jahrgang könne man kaum sein.
Vinifikation und Ausbau
Die Vinifikation entspricht der aller Rousseau-Weine: weitgehend entrappte Trauben, offene Edelstahltanks, 18 bis 20 Tage Maischestandzeit, regelmäßiges Überpumpen und Unterstoßen, Höchsttemperatur 31 bis 34 °C. Nach schonendem Pressen fließt der Wein per Schwerkraft in den Keller, der biologische Säureabbau erfolgt spontan im Fass.
Im Unterschied zu den beiden Chambertins reift der Clos de la Roche nicht in neuem Holz, sondern in Fässern aus Allier-Eiche, die bereits einen Jahrgang beherbergt haben. Das lässt dem steinigen Charakter der Lage Raum. Nach 18 Monaten und zwei Abstichen wird der Wein in der Regel im April abgefüllt – leicht filtriert, per Schwerkraft direkt aus dem Fass.
Im Glas
In der Nase zunächst verhalten, dann Sauerkirsche, Himbeere und Rosenblätter, darunter Pflaume, Orangenzeste und ein dunkler Schokoladenton. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig und lebhaft: Schwarzkirsche, Heidelbeere, Cassis und Maulbeere um einen süßen Fruchtkern, Veilchen im Hintergrund. Die Tannine sind fest und eng gewoben, öffnen sich aber mit Luft. Der Wein wirkt gespannt, steinig und zurückhaltend elegant; das Finale ist seidig, lang und mineralisch.
Clos de la Roche zeigt sich jung selten offen – 2023 ist er dicht gewickelt, mit dunkler Frucht unter steiniger Hülle.
Bei 16 bis 17 °C servieren und mindestens zwei Stunden dekantieren. Die Domaine nennt für den Clos de la Roche in Jahrgängen wie 2023 ein Lagerpotenzial von 20 bis 30 Jahren. Der Wein dürfte ab Anfang der 2030er-Jahre zugänglicher werden und sich dann über viele Jahre auf hohem Niveau halten.
Am Tisch
Zu Rinderschmorgerichten wie Bœuf bourguignon, zu Lammkeule mit Rosmarin, zu Wildschwein oder Taube mit dunkler Sauce. Die feste Struktur trägt auch kräftige Gewürze und Pilze. Beim Käse ein Époisses mit einigen Wochen Reife oder ein alter Comté.