Detailbeschreibung
Entalkoholisierter Weißwein · Pfalz, Duttweiler · Sauvignon Blanc
Bergdolt-Reif & Nett Reverse Sauvignon Blanc alkoholfrei beginnt als trocken durchgegorener Pfälzer Sauvignon Blanc und verliert erst danach seinen Alkohol. Der Name beschreibt das Prinzip: Der Weg der Gärung wird nicht abgekürzt, sondern am Ende umgekehrt. Die Reverse-Linie gehört seit 2022 zum Programm des Familienweinguts aus Duttweiler, das Christian Nett in fünfter Generation führt.
Südliche Mittelhaardt – Sauvignon Blanc im Pfälzer Warmklima
Die Weinberge des Guts liegen in der Rheinebene unterhalb der Haardt, zwischen 120 und 140 Metern über dem Meer. Der Pfälzerwald im Westen bremst Tiefdruckgebiete aus; die Region kommt auf viele Sonnenstunden und vergleichsweise wenig Niederschlag. Für Sauvignon Blanc ist das eine Gratwanderung: Zu viel Wärme lässt die grünen, frischen Noten der Sorte verschwinden. Der Lesezeitpunkt entscheidet deshalb über den Stil.
Unter den Rebzeilen stehen über zehn Meter Löss und Lehm an, von dünnen Kalkadern durchzogen. Der feinkörnige Löss speichert Wasser wie ein Schwamm und versorgt die Reben auch in heißen Phasen; der Kalk stützt die Säure. Beides zusammen liefert Trauben mit klarer Frucht und ausreichend Frische – die Basis, von der ein alkoholfreier Wein leben muss.
Reverse – warum Sauvignon Blanc den Alkohol nicht braucht
Mit Reverse und Breakaway hat Bergdolt-Reif & Nett 2022 zwei Linien entalkoholisierter Weine aufgelegt. Grundlage ist jeweils ein fertiger Wein; erst die Hefe bildet die Gärungsaromen und setzt die Duftstoffe der Traube frei, die im Most noch gebunden sind.
Bei Sauvignon Blanc sind das vor allem Thiole, die nach Passionsfrucht, Grapefruit und schwarzer Johannisbeere riechen, sowie Methoxypyrazine, die grüne Paprika und frisches Gras beisteuern. Diese Verbindungen wirken schon in kleinsten Mengen und prägen die Sorte stärker als der Alkohol. Dazu kommt die markante Säure, die dem Wein auch ohne Alkohol Spannung gibt. Sauvignon Blanc gehört deshalb zu den Rebsorten, die im alkoholfreien Bereich am besten funktionieren.
Trocken vergoren, schonend entalkoholisiert
Gelesen, gepresst und vergoren wird wie bei einem trockenen Sauvignon Blanc: kühl, damit die empfindlichen Fruchtaromen erhalten bleiben. Im Anschluss wird der Alkohol abgetrennt. Bei hochwertigen alkoholfreien Weinen ist dafür die Vakuumdestillation verbreitet, bei der der Siedepunkt durch Unterdruck auf etwa 30 °C sinkt; die dabei mitgerissenen Aromen werden zurückgewonnen und wieder eingebracht.
Rechtlich ist der Reverse ein entalkoholisierter Wein nach EU-Weinrecht; „alkoholfrei“ darf er heißen, solange der Alkoholgehalt unter 0,5 % vol liegt. Auf eine Jahrgangsangabe verzichtet das Weingut, um das Profil über mehrere Grundweine konstant zu halten.
Im Glas – Stachelbeere, Grapefruit und frisches Gras
Blasses Gelb mit grünem Schimmer. In der Nase Stachelbeere und Grapefruit, dazu Passionsfrucht, Holunderblüte und die grasig-kräutrige Note, die Sauvignon Blanc kennzeichnet. Am Gaumen schlank und frisch, getragen von einer klaren Säure; die Frucht bleibt präsent und kippt nicht ins Saftige. Im Abgang Zitruszeste und ein leicht herber Kräuterton.
Thiole und Säure statt Alkohol: Sauvignon Blanc, der seine Herkunft aus der Gärung nicht verleugnet.
Jung trinken. Geöffnet im Kühlschrank aufbewahren und in zwei bis drei Tagen leeren. Bei 6–8 °C servieren, gern im Weißweinglas statt im Becher.
Am Tisch – alkoholfreier Sauvignon Blanc zu Ziegenkäse, Spargel und Ceviche
Säure und Kräuterwürze verbinden ihn mit frischer, grüner Küche: Ziegenfrischkäse, grüner Spargel mit Sauce Hollandaise, Erbsen-Minz-Suppe, Salat mit Vinaigrette. Zu Ceviche, gebratenem Wolfsbarsch mit Zitrone oder Garnelen mit Knoblauch und Petersilie hält er gut mit. Auch zu vegetarischen Gerichten mit Basilikum, Koriander oder Pesto eine sichere Wahl – mittags, beim Business-Lunch oder wenn noch gefahren wird.