Detailbeschreibung
Trockener Weißwein · Pfalz, Duttweiler · Müller-Thurgau
Bergdolt-Reif & Nett Müller-Mayer-Schmidt Müller-Thurgau trocken gehört zur Concept-Linie des Duttweiler Familienweinguts. Der Name spielt mit der Rebsorte und mit drei der häufigsten deutschen Nachnamen – ein Weißwein, der nicht erklärt werden will, sondern auf den Tisch gehört. Christian Nett, der den Betrieb in fünfter Generation führt, setzt hier auf Frucht, Frische und Trinkfluss.
Duttweiler – Löss und Lehm zwischen Neustadt und Speyer
Duttweiler liegt im Süden der Mittelhaardt, in der Rheinebene zwischen Neustadt an der Weinstraße und Speyer. Die Rebflächen des Weinguts befinden sich auf 120 bis 140 Metern Höhe, in einer Landschaft, in der Feigen, Mandeln, Kiwis und Esskastanien reifen. Der Haardtrand hält Westwinde und Regen ab; die Pfalz zählt damit zu den wärmsten und sonnenreichsten Anbaugebieten Deutschlands.
Den Untergrund bilden mehr als zehn Meter mächtige Löss- und Lehmschichten, durchzogen von feinen Kalkadern. Löss speichert Wasser gleichmäßig und gibt es auch in trockenen Sommern an die Reben ab – für eine früh reifende Sorte wie Müller-Thurgau ein Vorteil, weil die Trauben ohne Trockenstress zur Reife kommen. Die Kalkanteile sorgen für einen festeren Säurerahmen, als man ihn auf reinen Lehmböden erwarten würde.
Concept-Wein – die Idee vor der Einzellage
Bergdolt-Reif & Nett teilt sein Sortiment in Weingutsweine mit klarer Herkunft und Concept-Weine, bei denen ein Thema den Stil vorgibt. Für die Concept-Linie verwendet das Gut Trauben aus eigenen Weinbergen, ergänzt um Trauben befreundeter Pfälzer Winzer, die nach den Vorgaben des Hauses angebaut und ausgebaut werden. So bleibt das Geschmacksprofil von Jahr zu Jahr verlässlich, auch wenn die Nachfrage schneller wächst als die eigene Rebfläche.
Müller-Thurgau ist dafür die passende Sorte. Hermann Müller aus dem Thurgau kreuzte sie 1882 in Geisenheim aus Riesling und Madeleine Royale; die Rebe reift früh, trägt zuverlässig und bringt ein ausgeprägtes, eher florales als säurebetontes Aroma. Im Weingut stehen daneben Riesling, die Burgundersorten, Scheurebe, Rieslaner und rund ein Dutzend weiterer Rebsorten auf etwa 30 Hektar.
Ausbau auf Frucht und Frische
Müller-Thurgau dieses Stils wird in der Regel nach kurzer Standzeit gepresst, kühl vergoren und im Edelstahl ausgebaut, damit die Primärfrucht erhalten bleibt. Ein früher Füllzeitpunkt im Frühjahr nach der Lese hält den Wein jung und duftig. Holz spielt bei diesem Profil keine Rolle.
Teile der Weingutsweine reifen im historischen Sandstein-Gewölbekeller von 1838, der Großteil der Produktion läuft seit 2017 im Neubau am Ortsrand von Duttweiler. Der trockene Ausbau gibt der Sorte Kontur und verhindert, dass ihre florale Art ins Breite kippt.
Im Glas – Holunderblüte, Apfel und Muskatwürze
Hellgelb mit grünlichen Reflexen. Im Duft Holunderblüte und grüner Apfel, dazu Birne, Zitrusschale und der leichte Muskatton, den Müller-Thurgau von der Madeleine Royale mitbringt. Am Gaumen schlank und saftig, mit milder Säure, die der Kalk im Lössboden etwas strafft. Der Abgang ist kurz bis mittellang, sauber und fruchtbetont.
Riesling als Vater, Löss als Boden, Pfälzer Sonne als Motor: Müller-Thurgau ohne Umwege.
Am besten jung getrunken, innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Füllung. Bei 8–10 °C servieren.
Am Tisch – Pfälzer Müller-Thurgau zu Spargel, Flammkuchen und Forelle
Die florale Frucht und die zurückhaltende Säure machen ihn zum Begleiter leichter Küche: grüner und weißer Spargel, Flammkuchen mit Zwiebeln und Speck, Forelle Müllerin Art, Salate mit Kräutervinaigrette, Ziegenfrischkäse. Auch zu mild gewürzter asiatischer Küche – Sommerrollen, Gemüse-Tempura – passt er gut. Als Terrassen- und Gartenwein braucht er keinen Anlass.