Detailbeschreibung
Rotwein · Montepulciano d'Abruzzo DOC · Montepulciano
Jasci & Marchesani Janù Montepulciano d'Abruzzo DOC 2022 ist der Spitzenrotwein eines Familienweinguts aus Vasto, das seine Weinberge seit 1978 biologisch bewirtschaftet. Die Trauben kommen von einem Südosthang bei Monteodorisio, werden spät im Oktober gelesen, 25 Tage auf der Maische vergoren und anschließend zweimal hintereinander in neuen Barriques aus französischer Eiche ausgebaut.
Monteodorisio – Tonhügel zwischen Adria und Apennin
Monteodorisio liegt im Hügelland hinter Vasto, rund zehn Kilometer landeinwärts der Adriaküste im Süden der Provinz Chieti. Der Weinberg für Janù steht auf etwa 250 Metern Höhe und ist nach Südosten ausgerichtet. Er bekommt die Morgensonne früh, und die Seewinde der Adria streichen tagsüber durch die Reihen. Nachts fließt kühlere Luft von den Apenninhängen ab. Dieser Wechsel verlangsamt die Reife, und der Montepulciano kann bis Ende Oktober am Stock bleiben.
Die Hügel des mittleren Vastese bestehen aus tonhaltigen Böden mittlerer Textur. Ton speichert Wasser, und das ist in einem Gebiet wichtig, in dem das Jahr nur etwa 700 Millimeter Regen bringt und Juli wie August mit rund 30 Millimetern je Monat die trockensten Monate sind. Für Montepulciano, eine spät reifende Sorte mit dicker Beerenhaut, bedeutet das: tiefe Farbe, kräftige Gerbstoffe und Reserven, um den Sommer ohne Bewässerung zu überstehen. Die Reben sind im Drahtrahmen mit Kordonschnitt erzogen.
Sebastiano Jasci und Lucia Marchesani gründeten das Weingut 1960; der Name verbindet ihre beiden Familiennamen. 1978 stellte Sebastiano die Weinberge auf biologischen Anbau um, als in Italien kaum jemand so arbeitete; die erste Zertifizierung folgte Anfang der 1980er Jahre. Heute führt Sohn Nicola Jasci den Betrieb, seine Frau Federica verantwortet die Önologie. Die Familie bewirtschaftet rund 33 Hektar eigene Rebfläche zwischen Vasto, Monteodorisio, Casalbordino, Pollutri und Scerni. Die Weißweine kommen überwiegend aus dem Sinello-Tal, der Janù von den Tonhügeln bei Monteodorisio.
Jahrgang 2022 – Abruzzen
Der Winter war mild, bis Ende Februar fast ein Grad wärmer als im Mittel, und brachte reichlich Regen, der die Böden auffüllte. Anfang und Mitte April zogen in ganz Mittelitalien Spätfröste durch, die vor allem Tallagen trafen. Von Ende April bis Mitte Juli fiel in den Abruzzen kein nennenswerter Niederschlag. Junge, unbewässerte Anlagen litten deutlich; ältere Reben auf wasserhaltenden Tonböden kamen besser durch.
Während der Blüte und des Fruchtansatzes blieb es trocken und kühl. Ein Teil der Blüten verrieselte, die Trauben wurden lockerer und kleiner. Die Weinproduktion der Region lag mit geschätzt 2,88 Millionen Hektolitern rund 18 Prozent unter dem Vorjahr; der Gesundheitszustand der Trauben war dagegen sehr gut. Die Montepulciano-Lese lief in den Abruzzen von der letzten Septemberwoche bis Ende Oktober. Für Janù liest Jasci & Marchesani am Ende dieses Fensters, Ende Oktober, bei voller Reife der Schalen und Kerne.
Lange Maische, doppelte Barrique
Der Ertrag liegt bei etwa 60 Doppelzentnern Trauben je Hektar. Nach der Lese bleibt der Most 25 Tage auf den Schalen. Viermal wird dabei ein Délestage durchgeführt: Der Saft wird vollständig abgezogen und wieder über den abgesackten Tresterkuchen gegossen. Das löst Farbe und Gerbstoff aus den Schalen, ohne sie mechanisch zu quetschen, und belüftet den gärenden Wein.
Danach folgen zwei getrennte Durchgänge in neuen Barriques aus französischer Eiche. Laut Importeur liegt der Wein jeweils rund acht Monate im Fass, bevor er in ein zweites, wieder neues Barrique umgezogen wird. Das doppelte Neuholz ist für Montepulciano ungewöhnlich und gibt dem Janù seine Röst- und Vanilletöne. Gleichzeitig glättet der lange Sauerstoffkontakt die Gerbstoffe der dickschaligen Sorte.
Im Glas – Kakao, Karamell und Winterwürze
Kraftvoll und sehr dicht, dabei unheimlich weich. Kakao, Karamell und winterliche Gewürze prägen Duft und Gaumen. Der Nachhall ist lang und samtig. Majestätisch – ein großer Rotwein aus den Abruzzen.
Die Dichte kommt aus spät gelesenen Trauben und 25 Tagen auf der Maische, die samtige Weichheit aus zwei Durchgängen in neuer französischer Eiche.
Eine Stunde vor dem Servieren dekantieren, bei 17–18 °C trinken.
Am Tisch – Abruzzenküche und Schmorgerichte
Janù braucht Fett und Röstaromen als Gegenüber. In den Abruzzen passt er zu Lamm, ob als Arrosticini vom Holzkohlegrill oder als geschmorte Keule, und zu Maccheroni alla chitarra mit Ragù. Hierzulande trägt er Ochsenbacke in Rotweinsauce, Rehrücken mit Schokoladenjus oder gereiften Pecorino. Die Kakaonoten machen ihn auch zum Begleiter dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil.