Detailbeschreibung
Weißwein · Wachau DAC · Riesling
Der Pichler-Krutzler Riesling Loibenberg 2021 stammt aus vier Parzellen in den steinigen, exponierten Teilen der Ried Loibenberg bei Unterloiben. Elisabeth Pichler-Krutzler und Erich Krutzler lesen hier Riesling von 35 bis 50 Jahre alten Reben auf Gneisterrassen über der Donau. Das Ergebnis ist ein trockener Lagenwein mit reifer Steinobstfrucht, fester Mineralik und der straffen Säure eines kühlen Wachauer Herbstes.
Ried Loibenberg – Gneisterrassen über Unterloiben
Der Loibenberg prägt das Ortsbild von Unterloiben am östlichen Ende der Wachau. Mit 35,58 Hektar gehört er zu den großen Rieden des Gebiets und reicht von 212 bis 394 Metern Seehöhe. Die Weingärten sind vollständig terrassiert und öffnen sich von West bis Südost. Die Hangneigung liegt im Mittel bei 39 %, an den steilsten Stellen bei 81 %. Wegen dieser Ausdehnung und der großen Höhenunterschiede ist die Riede in vier offizielle Subrieden gegliedert: Langen Zung, Süssenberg, Rauheneck und Rothenberg.
Das Ausgangsgestein ist Gföhler Gneis, ein aus granitähnlichem Gestein umgeformtes Metamorphit. Daraus entsteht ein sandig-steiniger Boden, der Wasser rasch abführt, sich schnell erwärmt und die Reben im Frühjahr früh austreiben lässt. Am Hang wurde durch Erosion eiszeitlicher Löss eingemischt. Der Oberboden ist heute weitgehend entkalkt, stellenweise haben sich aber Lössinseln gehalten. Pro Jahr kommt die Riede auf rund 2.004 Sonnenstunden. Die Bewirtschaftung der Terrassen erfordert insgesamt etwa 26.700 Arbeitsstunden.
Urkundlich erscheint der Berg bereits im späten 14. Jahrhundert, damals als „leub_n perig“. Pichler-Krutzler bewirtschaftet für diesen Riesling vier Parzellen, die alle in den steinigen, exponierten Abschnitten liegen – dort, wo der Gneis dicht unter der Oberfläche ansteht und die Reben tief wurzeln müssen.
Jahrgang 2021 – Wachau
Das Wachauer Weinjahr begann mit einem ungewöhnlich späten Austrieb. Bis Anfang Juli blieb es trocken, die Blüte setzte österreichweit erst Mitte Juni ein. Im Juli und August regnete es häufig, dazu kamen Hagelschläge in Rossatz und in Dürnstein/Loiben. In den betroffenen Weingärten fielen die Mengeneinbußen erheblich aus, die Reife verzögerte sich. Die Hagelschäden an den Beeren trockneten jedoch vollständig ab.
Ein sonniger, trockener Herbst mit kühlen Nächten brachte ideale Lesebedingungen. Über die gesamte Wachau lag die Erntemenge im langjährigen Durchschnitt. Beim Riesling, der als letzte Sorte gelesen wird, bewahrten die kühlen Oktobernächte eine feste, klare Säure bei voller Aromenreife. 2021 steht in der Wachau für präzise, strukturierte Lagenweine mit langem Reifepotenzial.
Lese und Ausbau
Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2021, von 35 bis 50 Jahre alten Reben. Die Trauben werden von Hand Anfang bis Mitte Oktober gelesen – bewusst nicht zu spät, damit der Wein Spannung behält und nicht breit wird.
Gärung und Reifung dauern acht bis neun Monate, teils im Stahltank, teils im großen Holzfass mit 15 Hektolitern. Der Stahl bewahrt die Frucht, das große Holz gibt Textur, ohne Holzaromen abzugeben. Abgefüllt wird im Juli oder August nach der Lese. Der Wein ist trocken ausgebaut.
Im Glas
Hell grüngelb. In der Nase reifer Weingartenpfirsich und Marille, darunter kühle Zitrusnoten und ein rauchiger Anklang vom Gneis. Am Gaumen saftig und zugleich straff, die Frucht wird von einer festen Säure und einer steinigen Mineralik eingefasst. Der Abgang ist lang und salzig.
Vier Parzellen auf Gföhler Gneis, gelesen im kühlen Oktober 2021: reife Steinobstfrucht in einem straffen, steinigen Rahmen.
Jetzt bereits zugänglich, gewinnt mit einigen Jahren Flaschenreife deutlich an Tiefe. Bei 10–12 °C servieren.
Am Tisch
Saibling oder Zander aus der Pfanne, Meeresfrüchte, Geflügel und Kalb in heller Sauce, Spargel sowie mild-würzige asiatische Küche.