Detailbeschreibung
Weißwein · Wachau DAC · Grüner Veltliner
Der Pichler-Krutzler Grüner Veltliner Rothenhof Alte Reben 2021 stammt von Reben aus dem Jahr 1940 in der Ried Rothenhof bei Unterloiben, am östlichsten Rand der Wachau. 2021 ist der erste Jahrgang dieses Weins. Elisabeth Pichler-Krutzler und Erich Krutzler zeigen hier einen dichten, straffen Veltliner, dessen Kraft aus dem Alter der Stöcke kommt und dessen Spannung aus einem kühlen Wachauer Herbst.
Ried Rothenhof – Grenzlage am Fuß des Pfaffenbergs
Die Ried Rothenhof liegt bei Unterloiben und trägt den Namen eines kleinen Weilers, der die Wachau zum benachbarten Kremstal hin abschließt. Sie umfasst 5,35 Hektar auf 199 bis 256 Metern Seehöhe, ausgerichtet nach Südwest bis Süd. Die Hangneigung beträgt im Mittel 21 %, an der steilsten Stelle 81 %. Die Weingärten sind nur teilweise terrassiert. Urkundlich erwähnt ist die Lage erstmals 1756.
Die Nähe zum Strom prägt das Mikroklima: Die Rebzeilen enden rund 68 Meter vor der Donau, die tagsüber Wärme speichert und nachts kühle Luft durch das Tal führt. Pro Jahr fallen hier rund 2.206 Sonnenstunden an. Für die Bewirtschaftung der gesamten Riede werden etwa 2.400 Arbeitsstunden veranschlagt.
Pichler-Krutzlers Parzelle liegt im unteren Teil der Lage, am Fuß des Pfaffenbergs und angrenzend an die Ried Mühlpoint. Anders als die kargen Gneis- und Glimmerschieferböden des Pfaffenbergs darüber stehen die 1940 gepflanzten Veltliner hier auf tiefgründigem Löss mit Schotteranteil. Diese Böden speichern Wasser und geben dem Wein Fülle, während die Wurzeln der über 80 Jahre alten Reben tief genug reichen, um auch in trockenen Phasen gleichmäßig zu versorgen.
Jahrgang 2021 – Wachau
Das Wachauer Weinjahr 2021 begann mit einem ungewöhnlich späten Austrieb, dem eine trockene Phase bis Anfang Juli folgte. Die Blüte setzte österreichweit erst Mitte Juni ein. Im Juli und August regnete es häufig, dazu kamen Hagelschläge in Rossatz und in Dürnstein/Loiben – also genau im Umfeld des Rothenhofs. In den getroffenen Weingärten fielen die Mengeneinbußen erheblich aus, die Reife verzögerte sich. Die verletzten Beeren trockneten jedoch vollständig ab.
Ein sonniger, trockener Herbst mit kühlen Nächten brachte ideale Lesebedingungen. Über die gesamte Wachau lag die Erntemenge im langjährigen Durchschnitt. Die langsame Reife ergab gesunde Trauben mit klarer Aromatik und fester Säure. 2021 steht in der Wachau für präzise, elegante Weine mit Struktur und langem Reifepotenzial.
Alte Reben und Ausbau
Reinsortiger Grüner Veltliner aus dem Jahrgang 2021, von Reben der Pflanzung 1940. Das Weingut liest ausschließlich von Hand und selektiert bereits im Weingarten.
Der Wein reift auf der Feinhefe. Das gibt ihm Schmelz, ohne die Spannung des Jahrgangs zu überdecken, und bindet die Dichte der alten Reben in eine straffe Struktur ein. Er ist trocken durchgegoren.
Im Glas
Grüngelb mit silbrigen Reflexen. In der Nase Birne und Zitrusschale, dazu Wiesenkräuter und der typische weiße Pfeffer des Veltliners. Am Gaumen dicht und kompakt, mit einer vom Löss getragenen Fülle, die von der kühlen Säure des Jahrgangs gestrafft wird. Salzige Noten ziehen sich bis in den langen Abgang.
Reben aus dem Jahr 1940 auf Löss am Fuß des Pfaffenbergs: Fülle vom Boden, Spannung vom kühlen Wachauer Herbst 2021.
Jetzt bereits zugänglich, gewinnt mit einigen Jahren Flaschenreife an Tiefe. Eine halbe Stunde Luft öffnet die Aromatik. Bei 10–12 °C servieren.
Am Tisch
Wiener Schnitzel, Backhendl und gebratenes Geflügel, Zander oder Saibling aus der Pfanne, Spargel und Gemüsegerichte mit Kräutern sowie mild-würzige asiatische Küche.